Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Hessen »

Den Traum vom Wilden Westen verwirklicht

Artikel vom 20.08.2011 - 08.00 Uhr

Den Traum vom Wilden Westen verwirklicht

Grebenhain (dapd). Die Szene erinnert an einen Westernfilm: Auf einer Wiese im Vogelsberg grasen etwa 20 Rinder gemächlich vor sich hin. Drei Reiterinnen auf ihren Pferden nähern sich langsam der Herde. Auf den Köpfen tragen sie Cowboyhüte, an ihren Stiefeln blitzen Sporen.

sued_Westen688_190811_4c_2
Lupe - Artikelbild vergrössern
In Grebenhain im Vogelsberg betreiben drei Frauen den Rinderumtrieb zu Pferd auf klassisch amerikanische Weise. Hier treibt Christiane Prinz die Tiere vor sich her. (Fotos: dapd)
Was nach Freizeitvergnügen aussieht, bedeutet aber in Wirklichkeit harte Arbeit. »Wir haben nach einem Weg gesucht, wie wir die Tiere auf eine stressfreie Art von einem Ort zum nächsten bringen können«, berichtet Heike Hardt.

Seit fünf Jahren treibt sie gemeinsam mit einer Freundin und ihrer Tochter Rinder zu Pferd um. Das sei einzigartig in Hessen, sagt die 41-Jährige. »Es gibt natürlich die Westernshows in Hallen, bei der Kühe zum Spaß hin und her getrieben werden. Aber wir verbinden den Spaß mit Arbeit.« Das Vorbild stammt aus den USA.

Ruhe bewahren

Ein Rind schert aus der Gruppe aus, bleibt vor Heike Hardt und ihrem »American Quarter Horse« stehen. So eine Situation kann durchaus gefährlich werden. Doch die Frau wartet ab und macht dann einen Schritt auf das Tier zu. Das Rind dreht sich um und läuft zurück zur Herde. »In solchen Situationen ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und jede Form von Lärm oder raschen Bewegungen zu vermeiden«, sagt Hardt.

Der Traum vom Wilden Westen, im Grebenhainer Ortsteil Nösberts-Weidmoos haben sie ihn sich ein bisschen wahr gemacht. Heike Hardt hatte Pferde, ihr Mann Christoph züchtete Rinder. Bis zu 400 Tiere der Rassen Schwarzbunt, Rotbunt und Fleckvieh hält er auf seinem Betrieb, der »Färsenaufzucht Hardt«.

Wenn die Tiere von einer Weide zur nächsten getrieben werden mussten, geschah das meist zu Fuß oder mit einem Treibwagen. »Der Wagen bedeutet für die Rinder aber unnötigen Stress«, sagt Christoph Hardt, »Und zu Fuß ist man manchmal nicht schnell genug.« Also sattelte Heike Hardt ihr Pferd und versuchte, die Rinder auf diese Weise von einer Weide zur nächsten zu bringen. Es funktionierte. »Tiere wollen anderen Tieren folgen. Bei manchen Rindern genügt es, vorneweg zu reiten und sie folgen dir«, berichtet die 41-Jährige.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 20.08.2011 - 08.00 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang