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Wöllstädter sehnen sich nach der Ortsumgehung

Artikel vom 12.07.2010 - 10.15 Uhr

Wöllstädter sehnen sich nach der Ortsumgehung

Wöllstadt (hed). Armin und Alrun Diel leben, seit sie denken können, in der Hanauer Straße - mitten an der Ober-Wöllstädter Ortsdurchfahrt. Doch mittlerweile haben sie keinen Spaß mehr daran, zu Hause zu sein: »Es ist nicht mehr auszuhalten«, sagt Alrun Diel mit lauter Stimme, um den Lärm vor der Haustür zu übertönen.
»Morgens um 4.30 Uhr geht es los«: die geplagten Hausbesitzer Alrun und Armin Diel schildern Wöllstadts Bürgermeister Alfons Göt
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»Morgens um 4.30 Uhr geht es los«: die geplagten Hausbesitzer Alrun und Armin Diel schildern Wöllstadts Bürgermeister Alfons Götz (r.) ihr Leid.
Tausende Autos, Busse und Laster fahren täglich an ihrem Hoftor vorbei. Früher schon war die B 3 durch Ober- und Nieder-Wöllstadt ein beliebter Durchfahrtsweg, um von Nord nach Süd zu kommen. Nun, seit der Fertigstellung der Umgehungsstraße Friedberg, sind es noch einmal fast doppelt so viele Autos, schätzen die Diels.

»Das geht morgens um 4.30 Uhr los. Unser Schlafzimmer liegt leider zur Straße, und im Sommer muss man ja das Fenster aufmachen«, klagt Alrun Diel. »Und wenn ein Laster vorbeifährt, dann wackelt das Bett.« Die Mietwohnung in ihrem Haus steht seit einiger Zeit leer. Die Wohnung an sich würden viele nehmen, aber der tägliche Auto-Korso vor der Haustür schrecke die meisten Mieter ab, erzählen die Besitzer.

An »Tempo 30«, wie seit April für diesen Teil der B 3 vorgeschrieben, halte sich kaum einer - »höchstens die Fahrschüler«. Den Bürgersteig zu kehren, wie es seine Pflicht ist, verweigert der Hausherr. »Das ist lebensgefährlich.«

Ihre Fassade haben sie vor zwei Jahren grau gestrichen. Warum, sieht man am Nachbarhaus, wo die vor kurzem frisch gestrichene weiße Wand bereits wieder voller dunkler Flecken ist. »Der Verkehr macht alle Fassaden kaputt.« Zerstört ist auch der Spiegel, den die beiden vor die Hofeinfahrt gehängt haben, um beim Herausfahren den Verkehr einzusehen. »Den hat ein Laster erwischt.« Begegnen sich auf der engen Fahrbahn zwei Lkw, muss einer zwangsläufig auf den Bürgersteig ausweichen. Aber eigentlich benötigen sie den Spiegel derzeit gar nicht: »Links Richtung Friedberg abbiegen, geht gar nicht mehr. Also fahren wir immer rechts und drehen dann irgendwo um«, berichtet Alrun Diel.

Generell sei es derzeit für viele Wöllstädter schwierig, aus dem Hof zu kommen, bestätigt auch Bürgermeister Alfons Götz. Er selbst brauche manchmal mehrere Minuten, um von seiner Einfahrt auf die Straße zu fahren. Und wie bei allen Wöllstädtern ist seine Geduld mittlerweile erschöpft. »Es geht so nicht mehr weiter.«

Sobald das Geld da ist, geht’s los

Zumindest eine gute Nachricht kann der Bürgermeister dieser Tage verbreiten. »Das hessische Verkehrsministerium hat uns mitgeteilt, dass der Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumgehung rechtskräftig ist.« Sprich: Sobald die benötigten 31 Millionen Euro vom Bund bewilligt sind, kann mit dem Bau begonnen werden. Für den Grunderwerb sind 2,9 Millionen Euro vorgesehen. Die Bundestagsabgeordnete Lucia Puttrich hat Götz zugesichert, sich in Berlin für die Finanzierung der Ortsumgehung einzusetzen. Der Bau werde nicht aufgrund des Ausbaus der A 49 gestrichen oder gar bis 2019 verschoben, betonte Puttrich nach einem Gespräch mit Verkehrsminister Dieter Posch.



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Artikel vom 12.07.2010 - 10.15 Uhr
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Leserkommentare
(12.07.2010 18:44)
Viez
mit 30 geht's besser!
Annamaria, wenn sich in Ober-Wöllstadt die Verkehrsteilnehmer an die 30 km/h halten würden, dann hätten auch wir Anwohner bessere Chancen auf die Bundesstraße zu gelangen!
Gerade in diesem Bereich der B3, der in dem Artikel angesprochen wurde, ist der Bürgersteig nur 50 bis 60 cm breit - dies allein rechtfertigt in meinen Augen ein solches Tempolimit.
Ich wünschte mir, die Wetterauer Polizei würde dort öfter Geschwindigkeitsmessungen durchführen!
(12.07.2010 12:32)
Annamaria
Wöllstädter Ortsumgehung
Nicht nur die Ober-Wöllstädter haben unter dem Verkehrszuwachs enorm zu leiden. In Nieder-Wöllstadt ist es kaum besser, allerdings fliesst dort der Verkehr flüssiger, da keine Geschwindigkeitsbeschränkung vorliegt. Ich habe mich sehr gewundert, dass in Ober-Wöllstadt jetzt nur noch Tempo 30 ist. Das verlangsamt den Verkehrsfluss noch mehr als die vorherigen erlaubten 40 km/h. Beim Durchfahren habe ich sofort bemerkt, dass nun für die Anwohner eine "rausfahren" schlicht unmöglich geworden ist.
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