Wöllstadt (geo). Von Beginn an spürte man die Begeisterung der kleinen Darsteller - unter der musikalischen Leitung von Martin Bauersfeld wirkten 35 »Concordia Schwalben« und 12 etwas größere »Concordia Kolibris« am Kindermusical »Der kleine Tag« mit. Nach monatelangem Üben unter der Federführung des Nieder-Wöllstädter Gesangvereins kam es jetzt im Bürgerhaus zur Aufführung. 200 Zuschauer verfolgten mit großem Interesse die außergewöhnliche Geschichte des Autors Wolfram Eicke.
Der neunjährige Joshua Grabia begeistert das Publikum als »kleiner Tag«. Hier beobachtet er, wie eine Familie umzieht. (Foto: Lori)
Gespickt mit zwölf Liedtexten von Rolf Zuckowski und Hans Niehaus entstand ein Kindermusical, das nicht nur die Kleinen anspricht. Die Bühnendekoration und die Kostüme wurden von Betreuern der Chöre gestaltet.
»Der kleine Tag« ist das dritte Musicalprojekt in den letzten zehn Jahren, das mit großem Engagement von den Chören erarbeitet und aufgeführt wurde. Trotz sechs Darsteller-Engpässen wegen Krankheit konnten die Rollen noch kurzfristig besetzt werden. Eva Schmitt war die Erzählerin, Sabine Feuerbach die Souffleuse.
Die Geschichte beleuchtet das Leben der Tage, der Lichtwesen hinter den Sternen. Jeden Tag kommt einer auf die Erde. Hier erleben sie die unterschiedlichsten Dinge. Auch der »kleine Tag« (Joshua Grabia) möchte auf die Erde und ein ganz besonderer Tag werden, denn die dürfen bei der abendlichen Versammlung in der ersten Reihe sitzen. Doch für seinen Besuch auf der Erde ist erst der 23. April des folgenden Jahres vorgesehen.
Schließlich darf er durch ein Sternenloch zur Welt der Menschen reisen. Unten angekommen, trifft der »kleine Tag« eine Familie, die gerade umzieht oder auf wartende Menschen an einer Bushaltestelle, die sich über das schlechte Wetter beklagen. Er sieht aber auch ein Geburtstagskind in der Schule, das einen Hund geschenkt bekommt. Er erfährt, dass sich die Kinder in der Schule vorstellen, die Tiere müssten an ihrer Stelle die Schulbank drücken, und dabei viel Spaß haben. Immer wieder freut er sich, wenn er sieht, dass die Menschen an seinem Tag glücklich sind.
Zurück im Lichtreich erzählt er seine Erlebnisse in der großen Festrunde. Doch weil nichts Besonderes passiert ist, muss er ab sofort beim Festmahl in der letzten Reihe sitzen. Ein Jahr vergeht, bis zum nächsten 23. April. Als der dafür zuständige Tag von seiner Reise zurückkommt, erzählt er von großen Festen überall auf der Erde und dass die Menschen den 23. April mit Tänzen und Gesängen feiern würden. Die anderen Tage sind voller Bewunderung für den Erzähler, bis dieser erklärt, dass nicht er der Auslöser für die Feste sei, sondern die Menschen diesen Tag feiern würden, weil im vergangenen Jahr auf der Erde überhaupt nichts Schlimmes geschehen sei - keine Kriege, Katastrophen oder Hungersnöte. Ein Tag des Friedens und der Versöhnung.
Fortan wird der »kleine Tag« mit großem Respekt behandelt, weil er sich als etwas ganz Besonderes herausgestellt hat. Dass die Kleinen oft größer sind als die Großen denken, ist die inhaltliche Botschaft des Musicals. Zudem werden Kinder in einer für sie verständlichen Sprache ganz unideologisch mit Fragen von Zeit und Schöpfung konfrontiert.
Emely Legier vom Schwalben-Kinderchor wurde für fünfjähriges aktives Mitmachen mit Präsenten des Hessischen Sängerbundes und des Gesangvereins Concordia geehrt.