Wöllstadt/Karben (hed/pm). »Der Ausbau der B 3 muss zügig weitergehen«, fordert der Landrat Joachim Arnold in einer Pressemitteilung. Gemeinsam mit der SPD-Landtagsabgeordneten Lisa Gnadl, der Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Cäcilia Reichert-Dietzel, und dem Vorsitzenden des Arbeitskreises »Infrastruktur«, Karl-Heinz Schneider, appellierte er an den Bund, die Mittel für die Ortsumfahrung Wöllstadt bereitzustellen.
SPD vor Ort (v. l.): Gnadl, Arnold, Schneider und Reichert-Dietzel. (Foto: pv)
Auch für den Weiterbau der B 3-Trasse in Karben fordern die Sozialdemokraten die Verantwortlichen auf, die Fortführung der Planungen zu ermöglichen. »Das Beispiel der Friedberger Umgehung hat gezeigt, wie wichtig es ist, in Berlin eine engagierte Wetterauer Vertreterin zu haben«, sagte Reichert-Dietzel. Nach Puttrichs Wechsel nach Wiesbaden drohe weiterer Zeitverzug. Dabei müsse umgehend mit dem Bau der Ortsumfahrung begonnen werden, denn der Verkehr auf der B 3 von und nach Frankfurt habe zugenommen. »In Wöllstadt, wo der Verkehr unmittelbar an den Häusern vorbeiführt und viele Menschen noch mehr als zuvor Lärm und Abgasen ausgesetzt sind, ist der gegenwärtige Zustand nicht länger zu ertragen. Der Baubeginn darf nicht verzögert werden, weil Land und Bund nicht zu Potte kommen«, erklärte Gnadl.
Laut Arnold ist ein zeitnaher, durchgehender Lückenschluss der neuen B 3 von Friedberg bis Kloppenheim in weite Ferne gerückt: »Ich sehe mit Sorge, dass durch die Ablehnung der weiteren Planungen durch die Stadt Karben entscheidende Jahre verloren gehen.« Das bedeute für die Pendler - aber vor allem für Anlieger in Wöllstadt und Karben - unzumutbare Bedingungen für viele weitere Jahre. Es sei unverständlich, dass das hessische Wirtschaftsministerium trotz Zusage noch keine konstruktiven Vorschläge vorgetragen habe. Auch die neuerliche Verzögerung bezüglich des Planfeststellungsbeschlusses für die Nordumgehung Groß-Karben lasse das Vertrauen in die Zusagen der Landesverwaltung in Sachen Straßenbau nicht wachsen.
CDU: Die SPD weiß nicht, was sie will
Kritik an Aussagen von SPD-Vertretern hat dagegen der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Mario Beck geäußert. »Die SPD weiß anscheinend nicht, was sie will«, sagte Beck zu der von Detlev Engel geäußerten Kritik an Puttrichs Wechsel. Der Vorsitzender der SPD-AG »60 plus« hatte Befürchtungen geäußert, dass wichtige Verkehrsprojekte wie die B 3 oder die B 275 keine überregionalen Fürsprecher mehr hätten (WZ vom Mittwoch). »Seine Parteikollegen aus Karben und Wöllstadt sehen die Situation völlig anders«, sagte Beck. Nur einen Tag zuvor hätten sie die Hoffnung geäußert, mit dem Wechsel Puttrichs werde die Verkehrs-Problematik der südlichen Wetterau in Wiesbaden mehr zur Kenntnis genommen. Beck: »Die ständige Kritik an Puttrich ist der plumpe Versuch, die großen Vorteile, die ihr Wechsel nach Wiesbaden gebracht hat, systematisch infrage zu stellen.«