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Polizeischutz für Albino-Igel »Moritz«

Artikel vom 19.09.2009 - 10.00 Uhr

Polizeischutz für Albino-Igel »Moritz«

Wöllstadt (sky). Als ein Gartenbesitzer am letzten Mittwoch mit einem etwa vier Wochen alten Igelkind bei »Igelmama« Jutta-Knierim-Haustein vor der Tür stand, ahnte er nicht, welch eine Rarität er da in gute Hände weitergab: Das Findelkind erwies sich aufgrund seiner hellen Stacheln und der fast weißen Behaarung an Kopf und Bauch als Albino.
Während »Max« in der rechten Hand der »Igelmama« recht normal aussieht, ist Albino »Moritz« ein besonderer Vertreter seiner Art.
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Während »Max« in der rechten Hand der »Igelmama« recht normal aussieht, ist Albino »Moritz« ein besonderer Vertreter seiner Art. (Foto: sky)
»Deutschlandweit wird jährlich nur ein Albino gefunden, wir haben also eine echte Seltenheit«, berichtet Knierim-Haustein stolz. Obwohl der kleine »Moritz«, wie sie ihn bald darauf taufte, keine roten Augen hat, sind für die sachkundige Tierliebhaberin die fehlenden Pigmente in den Stacheln und Haaren ein eindeutiger Beweis für die besonderen Merkmale des kleinen Waisen, dessen dunkelbraunes Brüderchen »Max« zwei Tage später ebenfalls Unterschlupf bei ihr fand.

»Es gibt drei Stufen von Igel-Albinos«, erzählt sie: Die einen haben nur helle Stacheln, die anderen helle Stacheln und helles Fell, und die dritten helle Stacheln, helles Fell und rote Augen. »Viele von ihnen bleiben unerkannt, denn unter einer natürlichen Schmutzschicht fallen die Farbbesonderheiten kaum auf.« Außerdem seien Igel nachtaktive Tiere und würden deshalb von Menschen nicht so häufig aufgespürt. Für »Moritz« hat diese Lebensweise einen doppelten Vorteil: »Albinos sind empfindlich gegen Sonnenlicht - das stört ein Nachttier herzlich wenig.«

Der Einzug des seltenen Stacheltieres unter ihrem Dach hat der Igelmama einige zusätzliche Mühe bereitet: »Der Fund eines Igel-Albinos ist meldepflichtig«, sagt sie. Derzeit wird zusammen mit der oberen Naturschutzbehörde überlegt, wie es im Leben von »Moritz« weitergehen soll. »Die Unterbringung in einem Zoo ist durchaus eine Möglichkeit«, sagt Knierim-Haustein. Bis das aber entschieden sei, werde sie besonders Acht auf ihren kleinen Schützling geben müssen, denn so manch gleichartiger Kollege sei schon zum Entführungsopfer geworden. »Ich habe mit der Polizeistation Kontakt aufgenommen, damit unser Haus nun unter häufigerer Beobachtung steht«, berichtet sie. Im Haus sorgten Sicherheitsschlösser, mehrere Hunde und eine Alarmanlage für ein besseres Sicherheitsgefühl, und die Nachbarn hätten versprochen, einmal mehr ein Auge auf die Igelstation zu werfen. Das ist zwar viel Aufwand für das gerade einmal 97 Gramm leichte Wesen, doch für Jutta Knierim-Haustein ist jeder gerettete Igel ihn wert - egal ob Albino oder nicht.



8 Spenden für die Igelstation können auf das Konto 66 51 11 03 bei der Volksbank Mittelhessen (BLZ 513 900 00) überwiesen werden.

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Artikel vom 19.09.2009 - 10.00 Uhr
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