Grüne akzeptieren Forderung nach Wöllstädter Ortsumgehung
Wöllstadt
(hed/pm). Die Wetterauer Grünen, die sich vor 20 bis 25 Jahren noch vehement gegen den Neubau der B 3a wehrten, haben sich mittlerweile mit dem Straßenbauprojekt arrangiert.
»Wenn es im gesamten Wetteraukreis eine Ortsumgehung gibt, die Sinn macht, dann die von Wöllstadt«, sagte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Kreistag, Gerhard Salz. Grundsätzlich stünden die Grünen dem Straßenbau jedoch weiterhin kritisch gegenüber. »Gerade bei der B 3a zeigt sich deutlich, dass die Diskrepanz zwischen der Förderung des öffentlichen Verkehrs und des motorisierten Individualverkehrs eklatant zum Vorschein tritt«, sagte Salz. Während die B3-Ortsumgehung Friedberg gebaut sei, gebe es noch keine neuen Gleise auf der Main-Weser-Bahn, obwohl auch die bereits seit mehreren Jahrzehnten diskutiert würden. Salz: »Die Missachtung des öffentlichen Verkehrswesens wird hier sehr deutlich.« Der Druck auf die Ortsdurchfahrt von Ober- und Nieder-Wöllstadt wäre viel geringer, wenn die beiden Gleise bereits vor dem Bau der B 3a fertiggestellt worden wären.
Kritische Worte findet Salz für das Engagement der Wöllstädter Bevölkerung: »Während ich den Einsatz für die Ortsumgehung durchaus verstehen kann, erscheint mir die in der Vergangenheit gezeigte Abneigung gegen die im Vergleich zu Straßen deutlich leiseren Windräder unredlich.« Straßen seien CO2-Schleudern, Windräder dienten der Einsparung von Kohlendioxid. Die Grünen seien deshalb für neue Windräder und gegen neue Straßen. Bei weiteren Anlagen in der Wetterau sollte man aber mehr auf die Wahrung von Abständen, von Naturschutzbelangen und die Mitwirkung der Bevölkerung achten.