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Demo auf der B3: 1000 Wöllstädter fordern Bau der Ortsumgehung

Artikel vom 22.05.2011 - 13.00 Uhr

Demo auf der B3: 1000 Wöllstädter fordern Bau der Ortsumgehung

Wöllstadt (hed). Wie viele Autos täglich auf der Bundesstraße durch Ober- und Nieder-Wöllstadt fahren, erkennt man am ehesten, wenn sie nicht fahren: Wer am Freitag zwischen 15 und 17 Uhr durch Wöllstadt wollte, stand im Stau, denn die B 3 war dicht:

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Mehrere Hundert Meter schlängelt sich der Tross zwischen Nieder- und Ober-Wöllstadt: Rund 1000 Wöllstädter sind auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren.
Rund 1000 Menschen beteiligten sich am Demonstrationsmarsch, den die neu formierte Bürgerinitiative (BI) »Ortsumgehung Wöllstadt - Jetzt« organisiert hatte. Mit Hupen, Tröten, Rasseln, Plakaten und Parolen ausgerüstet, machten die Wöllstädter lautstark auf die unzumutbare Verkehrssituation in ihren beiden Ortsteilen aufmerksam.

»Kann man das nicht montags machen«, fragte ein entnervter Autofahrer den Motorradpolizisten, der vor dem Zug für Ordnung sorgte. Dabei hätten sich die Wöllstädter keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können: Nach einem Unfall auf der A 5 gab es dort am Freitagmittag zwölf Kilometer Stau - und alle, die dachten, diesen über die Bundesstraße in Wöllstadt umfahren zu können, wurden eines Besseren belehrt.

Doch auch ohne Stau auf der Autobahn ist die B 3 überfüllt: »30 000 Autos kommen hier täglich vorbei«, sagte der BI-Vorsitzende Peter Dangelmaier, der den mehrere Hundert Meter langen Tross anführte. Seit der Freigabe der Friedberger B 3a habe der Verkehr um 30 bis 40 Prozent zugenommen. »Wir haben keine andere Möglichkeit mehr, als auf die Straße zu gehen.« Seit Ende 2009 besteht Baurecht für die Ortsumgehung, seit genau einem Jahr ist sie juristisch nicht mehr anfechtbar. »Passiert ist seitdem nichts«, beklagte Bürgermeister Alfons Götz. Aus dem Bundesverkehrsministerium heißt es, die Straße werde erst gebaut, wenn sich »ein entsprechender Finanzierungsspielraum ergibt«. Die 6,8 Kilometer B 3 und 2,3 Kilometer B 45 kosten 30 bis 40 Millionen Euro. »Das ist doch nichts im Vergleich zu den Milliarden, über die in Berlin gesprochen wird«, sagte Klaus Zehm, Dangelmaiers Vorgänger in der vor 15 Jahren gegründeten Bürgerinitiative, die heute etwa 300 Mitglieder hat. Er hofft, dass die Steuermehreinnahmen den Bund dazu bewegen, die Mittel freizugeben. Das könne ja auch schrittweise geschehen, »damit wir wenigstens mit den archäologischen Grabungen beginnen können«.

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30 000 Autos fahren laut BI täglich durch Wöllstadt: Zur Demo sind viele mit Fahrrädern oder Traktoren gekommen. (Fotos: nic /hed)
»Es ist lebensgefährlich«

Für das Zögern in Berlin haben die Demonstranten kein Verständnis. »Es ist lebensgefährlich«, lautet die meistgehörte Aussage zur Situation an der Straße. Ständig fahren Lkw in den engen Gassen über die Bordsteine. »Ich kann meine Kinder nicht alleine hier laufen lassen«, erzählte Antje Ehlert, die mit ihren Töchtern Maya und Lilly zur Demo gekommen ist. »Morgens zwischen 6 und 8 Uhr ist es am Schlimmsten«, berichteten auch Susanne Lerch und Jörn Schröder, die mit Sohn Henry an der Straße wohnen und tagtäglich die lauten Laster ertragen müssen, die über das Nadelöhr fahren, um die Autobahnmaut zu sparen. »Ich muss minutenlang warten, um aus der Ausfahrt zu kommen«, sagte Schröder. Einige sind deswegen schon dazu übergegangen, Fußgängerampeln zu drücken, um aus dem Hof fahren zu können.



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Artikel vom 22.05.2011 - 13.00 Uhr
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