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»Es geht doch bei allem nur ums Geld«

Artikel vom 18.03.2009 - 18.00 Uhr

»Es geht doch bei allem nur ums Geld«

Wölfersheim (en). Seit Oktober gibt es in der Södeler Straße das Tattoo-Studio »Old Brothers Inc.«, in dem Patrick Wolf jeden nach seinen Wünschen verziert. Auch wenn sich hier die rechte Szene die Klinke in die Hand geben soll - zum Problem wird das »Old Brothers« erst durch den Online-Shop, für den Wolf auf seiner - ansonsten absolut seriös aufgemachten - Tattoo-Homepage wirbt. Denn auf diese T-Shirts sind Bilder, Embleme und Sprüche aufgedruckt, die Bürgermeister Rouven Kötter »moralisch höchst verwerflich« nennt und die Gießener Antifa »eindeutig menschenverachtend«. Wolf selbst sieht das alles eher gelassen, sich selbst politisch »relativ neutral« - und überhaupt »geht doch alles nur ums Geld«.
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Ein »stadtbekannter Neonazi« führe das Studio, schreibt die Antifa. In Wölfersheim kennt Wolf freilich so gut wie niemand. Er stammt aus Florstadt, zog dann mit den Eltern nach Dieburg und hat vor einiger Zeit in Echzell einen alten Bauernhof gekauft. In Wölfersheim ist er nur zum Geldverdienen. Linke wie Rechte kommen nach seinen Worten ins Tattoo-Studio, mehr jedoch freilich aus der nationalen Szene, räumt er freimütig ein.

Aber mit denen von Linksaußen kann Wolf angeblich auch, mit dem einen oder anderen trinkt er sogar mal ein Bier. Nur »so ein paar Spinner« wollen ihm ans Leder, einer ganz besonders, erzählt er, aber auch dem »geht’s nur ums Geld«: Er sei vom rechten ins linke Lager gewechselt und werde aus dem Aussteigerprogramm bezahlt.

Wolf: Keineswegs der oberste Rassist

Er sehe sich, so Wolf, eher als Geschäftsmann. Links sei er natürlich nicht, aber auch nicht »der oberste Rassist«. Im übrigen habe er mit dem Shop nicht viel zu tun - der T-Shirt-Produzent bezahle ihm die Studio-Homepage, im Gegenzug dürfe er darauf für seinen Shirt-Onlineshop werben. Und Wolf berichtet weiter: Der Shirt-Bedrucker arbeite keineswegs nur für Rechte - sondern auch für die Antifa. Und für jeden Fußball-Club, der seine Trikots bedruckt haben möchte. Also für jeden, wenn die Kasse stimmt.

Für die offenbar geradezu freundlichen Kontakte klingt die Erklärung der Antifa freilich eher unfreundlich: »Die Aufdrucke variieren zwischen rassistischen, homophoben und antisemitischen Motiven.« So werde zur Flugzeugentführung und dem Selbstmordattentat gegen die angeblich von den Juden gesteuerten USA aufgerufen - das Rückenmotiv zeigt das brennende World Trade Center und den Schriftzug: »Take a flight to the World Trade's - To visit the J..nited States«. Die Antifa: »Hier wird zur Wiederholung eines antisemitischen Massenmordes nach der Art der Anschläge des 11. September aufgerufen.«



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Artikel vom 18.03.2009 - 18.00 Uhr
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