Wenzel Fiala und Paul Zirzlmeier haben die größten
Wölfersheim-Berstadt (sto). Die 39. »Olympiade« des Zwiebelzuchtvereins stand am Samstag im »Berstädter Hof« unter einem besonderen Stern: Erstmals in der Vereinsgeschichte waren Zwiebeln kurz vor der Ernte von Unbekannten aus dem Garten eines Mitfavoriten entwendet worden (die WZ berichtete). Der Geschädigte Rainer Lember erreichte am Samstag mit seiner zweiten Wahl in beiden Wettbewerben immerhin noch den 7. Platz. Eine kleine Genugtuung gab’s obendrein: Lember erhielt den Preis für die schönste Zwiebel, die drei Damen zuvor ausgewählt hatten.
Die Preisträger 2009: (von links) Arnold Seipp, Manfred Zerb, Wenzel Fiala, Rainer Lember, Paul Zirzlmeier, Willi Atzbach und Dietmar Völbel. (Foto: Storck)
Das Trio kürte auch die »saumäßigste« Zwiebel: Sie wuchs im Garten von Dietmar Völbel, der die seltsame Form dem Umstand zuschrieb, dass seine »California Dream« aus Amerika komme und offenbar das hiesige Klima nicht vertrage. Das Gros der 26 Züchter hatte auf »Kelseas« und »Stuttgarter Riesen« gesetzt.
Bei seinen einführenden Worten beschrieb der 1. Vorsitzende Manfred Zerb das Zuchtjahr als ruhig - bis auf den »dreisten Überfall« auf Lembers Garten. Der oder die Übeltäter sind übrigens noch nicht überführt, was Spekulationen ins Kraut schießen ließ.
Die Ergebnisse der Züchter, so Zerb weiter, seien nicht so gut wie erhofft - war der Begehungsausschuss mit Dieter Belzer, Stephan Musch und Rainer Lember bei seiner ersten Gartentour im Juli insgesamt sehr zufrieden gewesen mit den Früchten.
Über die Visiten in den Gärten informierte am Samstag Webmaster Rainer Lember in einer Multi-Media-Show ausführlich. Einmal mehr klagte der Ausschuss über die schwachen Ergebnisse in den BZV-Außenstellen Dorheim und Inheiden, während sich in Obbornhofen die Zwiebeln gut entwickelt hätten.
Nicht in die Wertung kam in seinem ersten Teilnahmejahr Jungzüchter Michael Wolff, der am Abend seine Aufnahmeprüfung (Verzehr einer rohen Zwiebel) bestand. Wolff galt als große Nachwuchshoffnung im Verein, da er einer Gärtnerfamilie entstammt und mit dem Pflanzenbau von Kindesbeinen an vertraut sein sollte. Sein Problem: Wo in seiner Anlage Zwiebeln gedeihen sollten, wuchsen Tomaten. Der Hoffnungsträger hatte im Frühjahr den falschen Samen erwischt.
Das versiegelte Couvert mit den Ergebnissen öffnete Manfred Zerb und verkündete die mit Spannungen erwarteten Resultate. Insgesamt lagen die Züchter im Mittel besser als vor Jahresfrist. An der Sonderwertung »Stuttgarter Riesen« beteiligten sich 17 Züchter des BZV. Mit dem Obbornhofener Paul Zirzlmeier meldete sich nach Jahren ein einst sehr erfolgreicher Züchter in der Spitze zurück. Seine »Stuttgarterin« mit 446 Gramm bescherte ihm den Sieg. Es folgten Dieter Wolf (413), Willy Roth (376), Arthur Isterling (374) und Arnold Seipp (373).
Platz 1 der Gesamtwertung belegte wie im Vorjahr Wenzel Fiala mit einer Knolle der Sorte »Kelsea« von 911 Gramm. Er wurde damit bereits zum neunten Mal Zwiebel-Olympiasieger. Knapp dahinter folgte Willi Atzbach mit 902 Gramm. Auf die nächsten Plätze kamen Arnold Seipp (793), Arno Rieß (738) und Paul Zirzlmeier (629).
Der Prämierung schloss sich ein gemütlicher Abend mit Beteiligung der Züchterfrauen an.