Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Lokales » Städte und Gemeinden » Wölfersheim »

Noch keine Entscheidung über teure Sanierung

Artikel vom 17.09.2009 - 20.49 Uhr

Noch keine Entscheidung über teure Sanierung

Wölfersheim-Melbach (en). Noch nicht entschieden hat das Gemeindeparlament in seiner Sitzung am Mittwochabend in der Wetterauhalle über die Zukunft des alten Pfarrhauses in Melbach. Seit einem Handel zwischen Gemeinde, Kreis und evangelischer Kirche (dem diese das neue Gemeindezentrum zu verdanken hat) ist das marode Kirchenhaus im Besitz der bürgerlichen Gemeinde. Ein Abriss steht nicht zur Debatte, da es unter Denkmalschutz steht. Und die Möglichkeit, das Problem bis zum Zusammensturz durch Nichtstun auszusitzen, kommt für Bürgermeister Rouven Kötter nicht in Frage. Also muss saniert werden. Sehr schlimm sehe das Gebäude schon von außen aus, erklärte Kötter in der Sitzung, und drinnen sei die Situation keinen Deut besser.
Derzeit kein Schmuckstück: das alte Pfarrhaus in Melbach.	(Foto: Storck)
Lupe - Artikelbild vergrössern
Derzeit kein Schmuckstück: das alte Pfarrhaus in Melbach. (Foto: Storck)
Wölfersheim-Melbach (en). Noch nicht entschieden hat das Gemeindeparlament in seiner Sitzung am Mittwochabend in der Wetterauhalle über die Zukunft des alten Pfarrhauses in Melbach. Seit einem Handel zwischen Gemeinde, Kreis und evangelischer Kirche (dem diese das neue Gemeindezentrum zu verdanken hat) ist das marode Kirchenhaus im Besitz der bürgerlichen Gemeinde. Ein Abriss steht nicht zur Debatte, da es unter Denkmalschutz steht. Und die Möglichkeit, das Problem bis zum Zusammensturz durch Nichtstun auszusitzen, kommt für Bürgermeister Rouven Kötter nicht in Frage.

Also muss saniert werden. Sehr schlimm sehe das Gebäude schon von außen aus, erklärte Kötter in der Sitzung, und drinnen sei die Situation keinen Deut besser.

Eine Liste der (bis jetzt) entdeckten Schäden hatte der Gemeindevorstand den Parlamentariern zusammengestellt. Unter anderem ist darin die Rede von »extrem korrodierten« Stahlträgern im Keller, von »durch Moderfäule und Trotzkopfbefall geschädigten Schwellbalken« in der Kellerdecke, Schimmelpilzbefall an den Deckenbalken im Bereich des Kellerabgangs, »starken Anobienbefall« an der Treppe zum Obergeschoss.

Damit ist das Horrorkabinett noch lange nicht komplett: Auch der Bunte oder Gescheckte Nagelkäfer arbeitet fleißig im alten Pfarrhaus, und zwar an den Saumschwellen, ebenso der Weiße Porenschwamm und der Echte Hausschwamm. Ganz abgesehen von komplett fehlenden Hölzern, teilweise völlig zerstörten Schwellen und Rissen an den Trennwänden im Treppenhaus.

Nach dem Vorschlag der Planergruppe HTWW aus Aschaffenburg soll der Keller des Hauses komplett verfüllt werden, das Erdgeschoss neu erstellt. Entstehen sollen im Parterre zwei Kleinwohnungen mit jeweils 38 Quadratmetern Fläche und eine Etagenwohnung im Obergeschoss mit 85 Quadratmetern. In mehreren Gesprächen zwischen der Gemeinde Planer Rainer Tropp und Dr. Siegfried Enders vom Hessischen Landesamt für Denkmalpflege wurde der Entwurf abgestimmt.

Die Denkmalpflege will sich auch an den Kosten der Sanierung beteiligen. Zumal die im Parlament für Sorgenfalten auf der Stirn sorgten: »320 000 Euro muss allein die Gemeinde in die Hand nehmen«, berichtete Bürgermeister Kötter. Die Denkmalpflegebehörde ist mit 114 000 Euro dabei, und die dritte Säule ist ein Landesbaudarlehen über 145 000 Euro. Addiert sind das Sanierungskosten von stattlichen 579 000 Euro.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 17.09.2009 - 20.49 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang