Sie sind hier: Startseite » Lokales » Städte und Gemeinden » Wölfersheim »

Holzauktion: Jedes Scheit an den Mann gebracht

Artikel vom 09.04.2013 - 14.39 Uhr

Holzauktion: Jedes Scheit an den Mann gebracht

Wölfersheim-Wohnbach (sto). Obwohl – oder weil – die Holzversteigerung der Gemeinde Wölfersheim und des Staatsforsts Rockenberg erst im April stattfand, herrschte am Samstag größeres Interesse als in den Jahren zuvor.

en_holz2_090413
Lupe - Artikelbild vergrössern
Großer Andrang, guter Erlös – Holzauktion im Wohnbacher Wald. (Foto: Storck)
Entsprechend erfolgreich verlief im Wohnbacher Wald auch die von Bürgermeister Rouven Kötter geleitete Versteigerung.

Alles angebotene Holz, sei es als Schicht- oder Polterholz, in Eiche oder Buche, alles konnte an den Mann gebracht werden. Zur Versteigerung waren vom Forstamt Nidda auch Ulrich Anselm und die Revierförsterin Hermine Link gekommen.

Försterin Link erläuterte zunächst, warum man auf das ansonsten immer flackernde und wärmende Feuer verzichtet hatte: In der Zeit um Ostern sei die Waldbrandgefahr größer als im Hochsommer. Das auf dem Waldboden liegende trockene Laub des Vorjahres wirke wie Papier. Dort entstandene Glut könne sich zu einem Bodenfeuer entwickeln, das sogar die Wurzeln der Bäume schädige, was von außen schwer zu entdecken sei. Beim Waldrundgang vor der Versteigerung wies die Försterin auf den Baumbestand hin. Der war nach den »Reparationshieben« aufgeforstet worden, also den Baumfällungen im großen Stil, deren Einnahmen für die Reparationszsahlungen nach dem Zweiten Weltkrieg verwendet wurden.

Der Mischwald ist dort derzeit zweischichtig, da die Lärche schneller als die Laubbäume wächst, aufgrund ihrer Lichtdurchlässigkeit aber den kleineren Bäumen Wachstum ermöglicht. Hermine Link ging zudem auf die Auswahl der stehen bleibenden, wertvollen Z-Bäume ein, deren Zahl man heute bei nur noch 15 pro Hektar ansetzt. Auch wies die Försterin auf die Problematik der Selbstwerber hin. So zeigte sie sowohl Beispiele einer waldverträglichen Holzentnahme als auch eines unbesonnenen Einsatzes privater Maschinen. Eine Verdichtung der Böden könne Schäden bewirken, die noch in 50 Jahren spürbar seien..

Im Anschluss an den Ausflug ging’s – nach einem kleinen Schnäpschen, ausgeschenkt von Helmut Leonhard – zur Auktion. Als Schichtholz waren 40 Meter Buche und 5 Meter Eiche im Angebot. Zudem offerierte der Verkäufer Polterholz, 45 Festmeter Buche und 5 Festmeter Eiche.

Die Taxpreise für das Schichtholz von 62 Euro pro Meter Buche und 56 für Eiche wurden wegen der starken Nachfrage durchweg überboten. So konnte der Waldbesitzer den teuersten Meter Buche für 71 Euro absetzen. Eine Rekordbeteiligung gab es auch beim Polterholz, das ebenfalls komplett an den Hauptwegen sitzt. Für dessen Aufarbeitung brauche man keinen Schnittholzlehrgang absolviert zu haben, informierte Försterin Link. Versicherungstechnisch werde das so gehandhabt, als ob man im eigenen Garten Holzarbeiten tätige.

Die angebotenen Polterholzstämme brachte Auktionator Kötter ebenfalls an Mann und Frau, auch wenn drei der elf Stöße »nur« den Startpreis erbrachten.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 09.04.2013 - 14.39 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang