Wölfersheim (pm). Bei ihrem Besuch in der archäologischen Restaurierungswerkstatt im Schloss Biebrich in Wiesbaden konnten sich Wölfersheimer Kommunalpolitiker jetzt vom Fortgang der Restaurierungen der über 420 Gräber des frühmittelalterlichen Merowinger-Friedhofs überzeugen, der 2006/07 in Berstadt ausgegraben wurde.
In der Archäologie-Werkstatt: Restauratorin A. Ulbrich erläutert den Wölfersheimer Kommunalpolitikern Hans Reiner Heßler, Ottwin Müller, Gerhard Weber und Manfred Sauer die Dokumentation der Funde. (Foto pv)
In Wiesbaden wurden die Gemeindevertreter zunächst vom Landesarchäologen Prof. Egon Schallmayer, der Wetterauer Bezirksarchäologin Dr. Sabine Schade-Lindig und dem Kreisarchäologen Dr. Jörg Lindenthal begrüßt.
Prof. Schallmayer erinnerte an die gute Zusammenarbeit der Archäologischen Denkmalpflege des Landes und des Kreises sowie der Gemeinde Wölfersheim bei der Untersuchung eines der größten frühmittelalterlichen Gräberfelder in Hessen und verwies auf die historische Bedeutung von Berstadt im Mittelalter. Belege dafür seien die Besuche der Salierkaiser Heinrich III. und Heinrich IV. Das Gräberfeld lässt laut Schallmayer darauf schließen, dass bereits in merowingischer Zeit die zentralen Grundlagen für die mittelalterliche Bedeutung des Ortes gelegt worden sind.
Dr. Schade-Lindig erläuterte, die Gräber seien als Blockbergungen gesichert worden, die eigentliche Freilegung finde nun in der Werkstatt unter optimalen Laborbedingungen statt. Nur unter dem Mikroskop sei es möglich, kleinste Perlen, feinste Gewebereste oder sogar Abdrücke von vergangenen Leder oder Stoff zu erkennen, die zu den reichhaltigen Grabausstattungen gehörten.
Anschließend ließen sich die Besucher in der Werkstatt von den Restauratorinnen ausführlich die subtilen Freilegungsmethoden und die Dokumentation in Zeichnungen und Fotografien erläutern.