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Dicke Eisdecke schreckt nicht ab

Artikel vom 10.01.2010 - 22.00 Uhr

Dicke Eisdecke schreckt nicht ab

Wölfersheim (sto). Seit fast zehn Jahren laden die Berstädter Karnevalisten in der ersten Januarhälfte zu einem Neujahrsschwimmen ein. Zugegeben: Die Resonanz ist deutlich geringer als bei ähnlichen Events, aber in der Region ist es etwas Besonderes, wenn man sich dort in das kühle Nass begibt.
Hinein ins eisige Nass: Andreas Wöhrle, Stephan Musch, Thomas Schmidt und Saskia Göckel (v. l.) baden im Natur-Pool.	(Fotos: Sto
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Hinein ins eisige Nass: Andreas Wöhrle, Stephan Musch, Thomas Schmidt und Saskia Göckel (v. l.) baden im Natur-Pool. (Fotos: Storck)
Dieses Attribut hatte am Samstag am Inheidener See bei Hungen seine Berechtigung. In der Historie des Neujahrsschwimmens sahen sich die Teilnehmer erstmals mit einer geschlossenen Eisschicht an ihrem Lieblings-Badeplatz konfrontiert. Da erwies sich die am See befindliche DLRG als Helfer in der Not.

Nach vorheriger Kontaktaufnahme inspizierten Mitglieder der am See zuständigen DLRG-Ortsgruppe Butzbach und die Berstädter Neujahrsschwimmer um 11 Uhr den zugefrorenen See. »Wir wollen schon heute ins kühle Nass«, sprach der Sitzungspräsident der Berstädter »Dorfspatzen«, Stephan Musch, und fand die Zustimmung seiner beiden Mitschwimmer Andreas Wöhrle und Thomas Schmidt. Schließlich hatte man sich drei Stunden zuvor zu einem gemeinsamen deftigen Frühstück in Berstadt getroffen und dann den Fußweg nach Inheiden unternommen.

Christian Sohn und Lars Axmann von der Butzbacher DLRG prüften das Eis an der Stelle, wo sie zehn Meter vom Ufer entfernt einen kleinen Block aus dem gefrorenen Wasser herausschnitten. Da konnte man ohne Bedenken in diesem Bereich das Eis betreten, das Neujahrsschwimmen konnte stattfinden.

Man einigte sich, den Inheidener See in diesem Bereich auf einer Fläche von drei mal sechs Meter vom Eis zu befreien. In diesen natürlichen Pool könne man auf einer Leiter in das erfrischende Nass hineinsteigen, entschied die »Platzkommission«.

Den ersten Gedanken setzte das DLRG-Duo in die Tat um. Die drei Berstädter Neujahrsschwimmer erhielten dann überraschend noch eine Begleitung. Die der DLRG angehörende Saskia Göckel wollte ebenfalls das Abenteuer wagen. Damit gab es am Samstag gleich zwei Premieren: Erstmals musste ein Loch in das Eis gesägt werden, und erstmals nahm eine Frau aktiv an diesem Ereignis teil.

Während die Lufttemperaturen sich um fünf Grad minus bewegten und aufgrund eines beißenden Winds die gefühlte Kälte größer war, strahlte das gerade vom Eis befreite Wasser des Sees dagegen eine gewisse Wärme aus. Just zu dem Zeitpunkt als eine kräftige Brise über das Gelände wehte, tauchten Musch, Wöhrle und Schmidt, die jeweils eine Narrenkappe ihres Vereins auf dem Kopf trugen, sowie Göckel in das eisige Nass. »Dort fühlten wir uns einmalig«, bestätigten die Neujahrsschwimmer anschließend den rund 20 Zuschauern, die mit Hochachtung dieses Bad betrachteten und sich bei Fettbroten und Glühwein in ihren dicken Jacken wohlfühlten. Auch das Schwimmerquartett kam nach dem Abtrocknen und Umkleiden noch zu seiner verdienten Stärkung. »Wir fiebern jetzt schon dem Neujahrsschwimmen 2011 in 53 Wochen entgegen«, sagten sie.

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