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Biokraft will Geruchsbelästigung vermeiden

Artikel vom 08.01.2010 - 12.00 Uhr

Biokraft will Geruchsbelästigung vermeiden

Wölfersheim-Berstadt (khn). Einigen Berstädtern stinkt’s gewaltig. Aggressiv rieche es, muffig und beißend, sagen Anwohner. Schuld sei die Biokraft Naturbrennstoffe GmbH im Gewerbegebiet. Von dort aus wehe der Geruch von Grünabfall zum Neubaugebiet am westlichen Ortsrand, zur Butzbacher Straße, aber auch zum Ortskern.
An der nicht mehr ganz so frischen Luft lagern die Abfälle aus Holz- und Landschaftspflege auf dem Gelände des Naturbrennstoff-U
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An der nicht mehr ganz so frischen Luft lagern die Abfälle aus Holz- und Landschaftspflege auf dem Gelände des Naturbrennstoff-Unternehmens. (Foto: Storck)
"Die Belästigung ist nicht wegzudiskutieren", sagt Bürgermeister Rouven Kötter. Der Geschäftsführer des Naturbrennstoff-Unternehmens, Manfred Zimmermann, zeigt sich einsichtig: »Wir nehmen die Beschwerden aus der Bevölkerung sehr ernst.«Bei einem Gespräch zwischen Anwohnern und Firmenleitung im Dezember kamen alle Argumente auf den Tisch - und die Beteiligten vorerst zu einer Einigung: Biokraft will die Geruchsbelästigung reduzieren.

Von einem »sehr vernünftigen Gespräch« spricht Zimmermann, wenn er an das Treffen im Wölfersheimer Rathaus zurückdenkt. »Dabei stellte sich heraus, dass es keine zwei gegensätzliche Seiten gibt.« Man wolle die Anregungen und die Kritik der Bevölkerung aufnehmen und Abhilfe schaffen.

Der Geruch könne durch so genanntes biogenes Material verursacht werden. Dabei handele es sich um Abfälle aus der Holz- und Landschaftspflege. »Das haben viele Leute im Garten«, betont der Geschäftsführer. Wichtig ist ihm vor allem eines: »Es handelt sich nicht um Gülle oder chemisches Material.« Der Grünabfall verändere sich stark, »deshalb kann man eine Geruchsbelästigung nicht ausschließen«. Um das in Zukunft zu unterbinden, wolle man eine Lagerhalle errichten. Zimmermann: »Wenn alles gut läuft, beginnt der Bau im Frühjahr.« Dem Unternehmen liege viel an der Akzeptanz der benachbarten Bürger. »Deshalb planen wir einen Tag der offenen Tür, damit die Leute sehen können, was wir hier machen.«

Auch Bürgermeister Kötter versucht, der Geschichte die Würze zu nehmen. »Das Unternehmen hat versichert, die Lagerbestände zu reduzieren und die Umschlagshäufigkeit zu erhöhen.« Das heißt: Das Material soll schneller in weiterverarbeitende Betriebe wie das Heizkraftwerk in Offenbach geschickt werden. Dort werden die Holzhackschnitzel zusammen mit Steinkohle verbrannt. Damit soll fossiler Brennstoff eingespart werden.

Weiter betont Kötter: »Zwei Lagerhallen müssen gebaut werden. Das ist eine Bedingung, die das Regierungspräsidium in Darmstadt im Zuge der Genehmigung gemacht hat.« Die Gemeinde sei nicht mehr die zuständige Behörde, bleibe aber als Vermittler beteiligt. Grund für die Zuständigkeit des Regierungspräsidiums: Biokraft hatte eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) beantragt. Was passiert, wenn Biokraft die Bedingungen nicht erfüllt? »Dann muss das Regierungspräsidium notfalls eingreifen.« Im Klartext: Es könnte strengere Auflagen verhängen.

Drei Anwohner haben nach WZ-Informationen an dem Gespräch teilgenommen. Der von ihnen eingeschaltete Rechtsanwalt möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, bezieht aber dennoch Stellung: »Biokraft will nachbessern und eine Halle über das stinkende Material setzen«, sagt er. Man habe für sechs Monate »einen Hausfrieden« geschlossen. Er rechne damit, dass Biokraft strengere Auflagen auferlegt bekommen werde. Ein Problem sieht er vor allem in einem Punkt: »Das Unternehmen hat eine vorläufige Betriebserlaubnis bekommen, bevor die Gebäude gebaut wurden.« Dabei lägen die Planungen für die Hallen schon lange in der Schublade.

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Artikel vom 08.01.2010 - 12.00 Uhr
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