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Auch ohne »Schnickschnack« um einiges teurer

Artikel vom 17.06.2009 - 19.52 Uhr

Auch ohne »Schnickschnack« um einiges teurer

Wölfersheim (en). Auf dem falschen Fuß erwischen ließen sich die Grünen in der jüngsten Sitzung des Gemeindeparlaments: Beim Beschluss zur Planung der neuen Singberg-Sporthalle, musste die dreiköpfige Fraktion einräumen, dass sie es versäumt hatte, in der vorangegangenen Sitzung des Bauausschusses ihre Fragen zu stellen.
Und als man dies in der Parlamentssitzung nachholen wollte, spürte man sofort den Gegenwind aus den anderen Fraktionen, vor allem aus der SPD: Michael Rückl und seine Fraktionskollegen hätten nur auf die Möglichkeit zur besseren Selbstdarstellung vor Zuschauern und Presse gewartet, um ihre kritischen Fragen zu stellen.

Dem sei nicht so, beteuerte Dr. Franz Grolig, der die Ausschusssitzung offenbar »versaust« hatte. Die war, so der Vorsitzende Gerhard Fuchs (SPD), nach sechs Minuten wieder geschlossen worden, nachdem keinerlei Fragen, Kritik und Anregungen laut geworden waren. Architekt Möller und Energieplaner Brilmayer hatte das einen unvermutet frühen Feierabend beschert, der Gemeinde unnötige Kosten, wie die Sozialdemokraten und auch Bürgermeister Rouven Kötter hervorhoben.

Der hatte vielmehr die erheblich gestiegenen Kosten im Hinterkopf und betonte mehrfach, man wolle weder einen »Mehrzweck-Tempel« noch eine »Schnickschnack-Halle«, sondern ein von den technischen Standards her hochmodernes Gebäude, das die Voraussetzungen für den Schul- und den Vereinssport erfülle und energetisch funktioniere. Geheizt werden soll vor allem mit Pellets, Solarenergie ist als Demo-Objekt bzw. als Option für die Zukunft eingeplant.

3,7 Millionen Euro soll die Halle nach dem augenblicklichen Stand kosten, 700 000 mehr als anfangs gedacht. Rouven Kötter will Einsparmöglichkeiten prüfen und versuchen, einen Teil der Mehrkosten über Zuschüsse wieder zu bekommen. Was jedoch beides schwierig sei.

Den erneuten Einwurf der Grünen, eine intensivere Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Nauheim, die ebenfalls eine Sporthalle baut, anzustreben, wollten die SPD-Parlamentarier und der Bürgermeister jedoch nicht stehen lassen: Wie in einer früheren Diskussion hieß es, man habe die Zusammenarbeit versucht, aber einsehen müssen, dass die Gegebenheiten zu unterschiedlich seien.

So beschloss das Parlament die Planung einstimmig, wie sie schon in der Ausschusssitzung Anfang April (wir berichteten ausführlich) ausgesehen hatte. Lediglich ein Geräteraum wird noch etwas vergrößert, ansonsten waren von den Vereinen bis zur zweiten Ausschusssitzung keine Änderungsvorschläge gekommen.

Die wohl mehr Konfliktstoff bietende Hallenbelegung und Geräteraumaufteilung war bei der jetzigen Entscheidung noch nicht gefragt, das soll später in Abstimmung mit der Schule und den Vereinen in Angriff genommen werden.

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Artikel vom 17.06.2009 - 19.52 Uhr
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