Rosbach v. d. H. (sky). Wie geht es weiter mit dem Rosbacher Brunnen? Diese Frage stellen sich derzeit viele Bewohner der Wasserstadt. Um so mehr, seit vor einigen Wochen bekannt wurde, dass der Betreiber, die Hassia Mineralquellen GmbH, seinen Logistikbereich für die Marke Rosbacher Mineralwasser ab Mitte August nach Bad Vilbel verlagern würde. Denn: Noch vor Jahresfrist hatte die Stadtverordnetenversammlung ihr Okay gegeben, den Bebauungsplan des Areals so zu ändern, dass der Rosbacher Brunnen seine Gebäude in Richtung Westen erweitern dürfe, um »zukünftig neue Logistikfunktionen innerhalb der Hassia« übernehmen zu können.
Die Marke Rosbacher gehört seit 2001 zu Hassia.
»Das war nur eine Konsequenz aus Beschlüssen aus den Jahren 2005 und 2006, als manches davon schon angedacht wurde«, sagte Bürgermeister Detlef Brechtel der WZ.
Während einige Einheimische derzeit davon reden, dass fast alle der rund 100 Mitarbeiter vom Standort Rosbach zum Mutterhaus nach Bad Vilbel wechseln müssten (die gesamte Logistik soll dorthin verlagert werden), spricht Hassia-Firmenchef Dirk Hinkel von etwa 50 Prozent. »Uns ist der Standort Rosbach so ans Herz gewachsen, dass wir hier jede Möglichkeit nutzen werden, um Arbeitsplätze aufbauen zu können«. Die Produktion sowie die Abfüllung von PET-Flaschen werde in Rosbach bleiben.
Künftig würden allerdings etwa 50 bis 60 der bisher in Rosbach tätigen Mitarbeiter in Bad Vilbel arbeiten. »Rosbach bleibt vor allem ein wichtiger Abfüllstandort. Die derzeitigen Abfüllanlagen sind deshalb von den organisatorischen Veränderungen in keiner Weise betroffen und bleiben vollständig erhalten«, betonte Hinkel.
Daneben stehe Hassia in konkreten Gesprächen mit einem Interessenten, der Teile des Standorts Rosbach für seine Getränkelogistik nutzen möchte. Sollte die Absatzentwicklung auch in den nächsten Jahren rückläufig bleiben und Hassia dadurch gezwungen sein, sich von Mitarbeitern zu trennen, könnten diese gegebenenfalls dort einen neuen Arbeitsplatz finden, sagte der Firmenchef.
Als Produktions- und Abfüllstandort bleibt der Rosbacher Brunnen erhalten, 50 bis 60 Mitarbeiter werden jedoch in den Logistikbereich der Hassia-Zentrale nach Bad Vilbel wechseln. (Fotos: sky)
Seit 2001 gehört die Rosbacher Quelle, deren Vermarktung bis ins Jahr 1878 zurückführt, zu Hassia. Presseberichte - vor allem eine ARD-Fernsehberichterstattung vom April 2000 über eine (in Fachkreisen umstrittene) erhöhte Urananreicherung im Rosbacher Mineralwasser - hatten das traditionelle Familienunternehmen an den Existenzrand gespült. Kurz darauf übernahm der mächtige Konkurrent aus dem Nachbarort das angeschlagene Unternehmen. Mit dem Neubau einer modernen PET-Abfüllanlage hatte sich der Rosbacher Brunnen an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit gewagt - der völlig unerwartete Umsatzeinbruch um über 30 Prozent hatte entsprechende Konsequenzen gehabt. »Der Rosbacher Brunnen ist hier vor Ort nach wie vor Arbeitgeber und gleichzeitig ein Bestandteil unserer Geschichte als Wasserstadt«, sagte ein Arbeitnehmer, der nicht näher genannt werden möchte.