Rosbach v. d. H. (sky). »Da kann man mal sehen, wie fleißig die Rosbacher Eltern sind«, meinte Dietlinde Rack, Leiterin der Kapersburgschule, am Samstagvormittag. Ihre Zufriedenheit über das Engagement von rund 35 Müttern und Vätern, die am Samstag kurz entschlossen mit Schubkarren, Eimern, Schaufeln und Spaten erschienen waren, um der neu errichteten Sechseckschaukel auf dem Schulgelände auch den richtigen, unfallverhütenden Untergrund zu verschaffen, war auf Anhieb zu erkennen.
Während Lutz-André Schosser und Yaruz Bektas die letzten Kieselsteinchen drapieren, testet der Nachwuchs bereits die neue Schaukel. (Foto: Halaczinsky)
Drei Jahre lang hatte der Förderverein der Schule gewirkt, um die 10 000 Euro für die Schaukel zusammen zu bekommen. Ein Sponsorenlauf der Schüler brachte schon zwei Drittel zusammen, der Rest kam über sonstige Spenden. Mit Unterstützung der Stadt gelang es, die rund 250 Quadratmeter große Fläche des Sicherheitsbereichs vorzubereiten, damit die Schaukel von einer Fachfirma montiert werden konnte. Kantensteine wurden für die Eingrenzung gesetzt und 60 Tonnen feinkörniger Kies angefahren. »Drei große Laster voll«, berichtete Lehrer Andreas Lang. In Gemeinschaftsarbeit mit den Eltern griff auch er zu Schippe und Karre, um innerhalb von knapp zwei Stunden aus drei riesigen Kiesbergen eine glatte Fläche werden zu lassen.
Lang leitet seit einem Jahr den »Arbeitskreis Schulhof« für die Klassen 3 und 4. Hier dürfen Kinder ihre Wünsche äußern, was ihnen während der Schulhofpausen zum Glücklichsein fehlt. »Ich fand den Schulhof vorher ein wenig trist, das wollte ich mit der Schaukel ändern helfen«, sagte Marie (9). Sie wird im nächsten Jahr auf eine weiterführende Schule wechseln, aber ihr Bruder David (5) wird einer der Nutznießer sein.
Das Lehrerkollegium hat sich bereits Gedanken darüber gemacht, wie das neue Spielgerät so eingesetzt werden kann, dass alle Kinder es erst einmal kennen lernen dürfen: »Sobald das Wetter es zulässt, werden wir klassenweise nach draußen gehen und die Schaukel nach Herzenslust ausprobieren«, so Rack.
Die Zweitklässler Daniel, Yannes und Niklas glaubten, dass sich der Spielbetrieb schnell einpendeln wird: „Viele von uns spielen in den Pausen auch gern Fußball.«.
Zwei neue Bodentrampolins, deren Montage ebenfalls von fachkundigen Eltern übernommen wurde, Klettergerüste und vieles mehr geben den Kapersburgschülern Gelegenheit, ihren Kopf während der Schulpausen wieder frei zu machen für neue Gedanken - und das alles ohne großes Gedrängel oder Anstehen.
Und Lehrer Andreas Lang freut sich schon auf das nächste Projekt, bei dem die Rosbacher Eltern wieder tatkräftig anpacken.