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Bundesverdienstkreuz für Martin Geisz

Artikel vom 23.07.2010 - 10.00 Uhr

Bundesverdienstkreuz für Martin Geisz

Rosbach v. d. H. (sky). Zwar hatte Martin Geisz aus Rodheim sich nach dem Studium schon früh mit Rezensionen und später auch mit eigenen Artikeln zum Bildungskonzept »Globales Lernen« einen Namen gemacht - aber dass er für sein Engagement nun mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet werden sollte, hätte der bescheiden wirkende Pädagoge nie erwartet.
Der frisch gebackene Bundesverdienstkreuz-Träger Martin Geisz blättert mit Ehefrau Lieselotte in den zahlreichen Publikationen z
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Der frisch gebackene Bundesverdienstkreuz-Träger Martin Geisz blättert mit Ehefrau Lieselotte in den zahlreichen Publikationen zum Thema »Globales Lernen«. (Foto: sky)
Als er vor einem Monat die Nachricht bekam, dass ihm diese Ehre zuteil werden sollte, habe er zunächst an einen Abi-Gag seiner Schüler gedacht, sagte Geisz, als ihm Landrat Joachim Arnold gestern im Beisein von Bürgermeister Detlef Brechtel die Ehrung überreichte. »Im Zeitalter von Computern und Flugzeugen ist unsere Welt zu einem Dorf geworden, und unsere Kinder spüren hautnah die weltweite Konkurrenz«, meinte Arnold in seiner Laudatio. Vor diesem Hintergrund ziehe sich das Engagement von Martin Geisz, eine gerechtere Verteilung von Wirtschaftsgütern und Lohnentgelt in den Fokus zu rücken, wie ein roter Faden durch dessen Leben.

Außerhalb von politischen Pfaden habe er entscheidend dazu beigetragen, dass junge Menschen sich hierzulande dieser Problematik annehmen und sich Gedanken darüber machen würden, »wo der eine auf Kosten des anderen lebt«.

Der frischgebackene Ordensträger gab sich bescheiden: »Ich wollte den Orden eigentlich nicht annehmen.« Schließlich hätten ihn unzählige Menschen in seiner Arbeit unterstützt. Und ohne deren Mithilfe wäre das Thema »Globales Lernen« vielleicht in jenen Schubladen verblieben, in denen es noch vor 10 bis 15 Jahren geschlummert habe. »Nicht Englisch, Deutsch oder Mathe allein gehören zur schulischen Wissensvermittlung, sondern auch ein Hinführen auf ein bewusstes Leben, in dem die Menschen erfahren, welchen Ländern sie ihren Wohlstand zu verdanken haben«, lautet seine Überzeugung.

Unterrichtsmaterialien für Kollegen

Geisz, der einem christlich geprägten Elternhaus entstammt, studierte Ende der 60er katholische Theologie, Philosophie und Politikwissenschaften. Anschließend trat er als Gymnasiallehrer für Religion und Sozialkunde in den Schuldienst ein. Während seiner Tätigkeit an der Friedrich-Ebert-Schule in Schwalbach im Taunus, wo besonders viele Kinder von Eltern mit weltweitem Berufsradius die Schulbank drückten, sei in ihm das Bedürfnis gewachsen, die Unterschiede zwischen Arm und Reich - nicht nur vor der eigenen Haustür, sondern weit über den Tellerrand hinaus - zu analysieren und bewusst zu machen.

»Zielgruppe waren von Anfang an die Lehrer, denen ich zahlreiche Materialien für den Unterricht an die Hand geben konnte.« Unterstützung für diese umfangreiche Arbeit, für die er außerhalb seiner Lehrertätigkeit unzählige Stunden investierte, habe es nicht nur von Seiten der Vorgesetzten oder von Kooperationspartnern (zum Beispiel aus Menschenrechtsorganisationen), sondern auch von Schülern und Kollegen gegeben. »Ganz besonders teile ich die Auszeichnung mit meiner Kollegin Nina Melchers. Sie hat unermüdlich die Netzwerkarbeit geleistet, damit wir hessenweit Aufmerksamkeit finden konnten.«

Dankbar ist Geisz dafür, dass er stets Neigung, Hobby und Beruf miteinander habe verbinden können. Und auch dafür, dass seine Ehefrau Lieselotte ihn in seinem Wirken immer unterstützt habe. »Ohne unsere Frauen geht doch nichts«, sagte Bürgermeister Brechtel während einer Tasse Kaffee im Rathaus. Einen großen Empfang anlässlich seiner Auszeichnung wollte Geisz nicht: »Ich freue mich für das Projekt, brauche aber für mich keine große Feier.«

Näheres über das Projekt von Martin Geisz findet man auf der Webseite www.bildung.hessen.de/globales-lernen.

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Artikel vom 23.07.2010 - 10.00 Uhr
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