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02.12.2009 - 19.39 Uhr
Mehrjährige Haftstrafen für beide Angeklagten gefordert
Rockenberg/Gießen (ti). Mehrere Jahre Haft für die beiden Angeklagten hat Staatsanwalt Klaus Bender gestern im Vergewaltigungsprozess vor der Ersten Großen Strafkammer des Gießener Landgerichtes gefordert. Den 18 und 19 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, einen Mitgefangenen in der JVA Rockenberg zum Oral- und Analverkehr gezwungen und ihn auch auf andere Art und Weise verletzt und erniedrigt zu haben. Weigerte er sich, sollen sie ihm mit dem Tod gedroht haben.
Sieben Jahre und sechs Monate Haft beantragte Bender für den älteren Angeklagten, der der Initiator des Ganzen gewesen sein soll. Er habe sein Opfer, das sich nach Zeugenangaben auch eine brennende Zigarette auf dem Arm ausdrücken und einen Gürtel wie einen Strick um den Hals legen musste, wie ein »dressiertes Äffchen« öffentlich vorgeführt und gedemütigt. Sein Ziel in den Augen des Anklagevertreters: »Zeigen, welche Macht man über ihn hat.« Das Teilgeständnis des 19-Jährigen, der bereits wegen Vergewaltigung seines Bruders im Gefängnis gesessen hatte, wertete der Staatsanwalt nicht zu seinen Gunsten: »Die Einlassung des Angeklagten ist nur von taktischem Verhalten geprägt.«
Für den 18-Jährigen forderte Bender unter Einbeziehung eines anderen Urteils eine fünfjährige Haftstrafe. Eine Aufstockung der alten Strafe auf vier Jahre beantragte dessen Verteidiger. Die Rechtsanwältin des 19-Jährigen plädierte auf Freispruch. Das Opfer sei zu nichts gezwungen worden, habe freiwillig mitgemacht. Das Urteil wird am Freitag verkündet.