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Kritischer und kreativer Pfarrer verlässt Gemeinde

Artikel vom 04.01.2010 - 17.44 Uhr

Kritischer und kreativer Pfarrer verlässt Gemeinde

Reichelsheim/Ranstadt (im). Das Bild eines Mannes, der sowohl regional als auch in der Seelsorge vor Ort Großes geleistet hat, zeichneten Redner aus Kirche, Vereinen und Politik beim Abschied von Pfarrer Martin Franke in Dauernheim.
Dekan Manfred Patzelt (r.) und Pfarrer Martin Franke nach dem Abschiedsgottesdienst in der Dauernheimer Dreifaltigkeitskirche.	(
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Dekan Manfred Patzelt (r.) und Pfarrer Martin Franke nach dem Abschiedsgottesdienst in der Dauernheimer Dreifaltigkeitskirche. (Foto: im)
Dreieinhalb Jahre lang hatte Franke der evangelischen Kirchengemeinde Dauernheim und Blofeld vorgestanden und auf Dekanatsebene »als kritischer und und kreativer Kollege«, so Dekan Manfred Patzelt, zielgerichtet am Zusammenwachsen der Gemeinden der Region mitgewirkt. Neben seiner strikten Ausrichtung am Evangelium und an einem praktisch gelebten Protestantismus sei vor allem Frankes Engagement für eine glaubwürdige Kirche von morgen hervorzuheben, betonte Patzelt beim Abschiedsgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche.

Wie eine Antwort auf diese Würdigung wirkte Frankes Predigt unter dem Leitwort »Was wir gesehen, gehört, geschmeckt und betastet haben, das verkündigen wir euch«. In dieser Ansprache wie in seiner gesamten Amtszeit ging es dem scheidenden Pfarrer, der nach Seligenstadt-Mainhausen wechselt, um einen mit Geist, Herz und allen Sinnen erfahrbaren Glauben. Davon legten seine Initiativen in Sachen »Kunst in Kirchen« ebenso Zeugnis ab wie seine praktische Hilfe für Flüchtlinge, seine Öffnung der Pfarrscheune für Kultur und fröhliche Feste ebenso wie moderne Gottesdienstformen, zum Beispiel mit Elementen aus Film, Sport und Bibliodrama.

Mit einer praktischen Aktion beendete Franke denn auch seine letzte Predigt in Dauernheim: Kinder verteilten Mandarinen zum Sehen, Betasten und Schmecken an die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder aus beiden Dörfern. Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst vom Flötenkreis unter Leitung von Mareike Kipper, der sensibel weihnachtliche Lieder intonierte, sowie vom Gesangverein Eichenkranz unter Chorleiter Klaus Brandt, der die »Weihnachtshymne« und das »Cantate Domino« anstimmte. An der Orgel brillierte Christoph Brückner.

Beim Empfang in der Gemeindehalle würdigten Franke unter anderem die Pfarrkollegen Thomas Philipp und Albert Schechter aus Ranstadt, Synodal-Präses Gerhard Wolf aus Nidda, Gerd Harth und Sabine Wirth für die Kirchenvorstände Dauernheim und Blofeld, Ulrike Bloß und Sigrun Ulrich für den Kirchenvorstand Ober- und Nieder-Mockstadt sowie Ranstadts neue Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel als engagierten Seelsorger, der mutig ins kalte Wasser der ersten Pfarrstelle gesprungen sei und nach einigen (wechselseitigen) Anlaufschwierigkeiten einen guten Draht zu den Menschen in Dauernheim und Blofeld gefunden habe. Besonders Frankes Engagement in der Flüchtlingshilfe, in der Ökumene, in der Zusammenarbeit mit den Vereinen und Kirchenvorständen sowie im Besuchsdienst für die Alten und Kranken der Gemeinde fand mehrfache Erwähnung.

Durch das Programm des Nachmittags führte Gerd Harth, die musikalische Gestaltung übernahmen Ulrich und Philipp Giar, die als Bläserduo »Befiehl du deine Wege«, »Eventide« und »Von guten Mächten wunderbar geborgen« zu Gehör brachten, sowie die Eichhörnchen des Gesangvereins Eichenkranz, die unter der Leitung von Klaus Brandt und mit tatkräftiger Unterstützung des gemischten Chores die Gospels »Siyahamba« und »Masithi, Amen« vortrugen.

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Artikel vom 04.01.2010 - 17.44 Uhr
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