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Zierapfel ist die beste Futteradresse

Artikel vom 13.01.2010 - 11.00 Uhr

Zierapfel ist die beste Futteradresse

Reichelsheim (kai). Vogelspuren im rötlich gefärbter Schnee. Am Zierapfelstrauch, der noch üppig mit Früchten behangen ist, tummeln sich Amseln, Stare und Goldammern. Heimische Sträucher, die im Winter ihre Früchte behalten, sind die beste Adresse zur Futtersuche, erklärt Hans-Jürgen Roland.
Eine ideale Futterquelle für Amseln, Stare oder Goldammern ist ein Zierapfelstrauch im Garten. Hier laben sich die heimischen Vö
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Eine ideale Futterquelle für Amseln, Stare oder Goldammern ist ein Zierapfelstrauch im Garten. Hier laben sich die heimischen Vögel und holen sich die gefrorenen Früchte.
Der ehrenamtliche Naturschützer ist auch jetzt, bei Schnee und Frost, viel in seinem Betreuungsgebiet am Teufelsee und Pfaffensee unterwegs. »Hier haben wir viele Sträucher angepflanzt, die im Winter Beeren tragen.« Hagebutten, Schleen, aber auch Zierapfel und Schneeballfrüchte bieten in der zugeschneiten Landschaft ideale Nahrung für die Vögel.

Den Winter mit Schnee und Frost sieht Roland gelassen. »Die heimischen Vogelarten kommen damit zurecht.« Eine natürliche Auslese müsse sein. Immerhin brüten Amseln dreimal im Jahr und ziehen dann jeweils drei bis vier Junge groß. »Wenn die alle durchkommen würden, hätten wir Millionen von Amseln im Gebiet.« Deshalb sei es ganz natürlich, dass die Brut von Elstern aus dem Nest geraubt wird oder im Winter nicht alle Tiere überleben. Schwieriger werde es für den Eisvogel, der bei der Jagd nach Fischen auf offene Gewässer angewiesen ist.

Für die Wasser- und Singvögel, die Roland im Naturschutzgebiet Teufelsee-Pfaffensee beobachtet, gibt’s bei der derzeitigen Witterung keine Probleme. Selbst die Gänse können noch durch die Schneedecke an Raps, Weizen und Gerste zupfen. »Sehr zum Leidwesen unserer Landwirte«, gibt Roland zu. Auch Meisen, Finken oder Rotkehlchen finden genügend Nahrung.

Ob es sinnvoll ist, bei Schnee Vogelfutter im Garten auszustreuen, ein Vogelhaus mit Leckereien zu füllen, darüber streiten sich die Fachleute. »Es ist schön, eins zu haben, um die Vögel zu beobachten und Kinder an die Natur heranzuführen«, sagt Roland. Um die Arten zu erhalten, sei ein Zufüttern nicht notwendig. Wenn Meisen, Sperling und Co. im Garten gepäppelt werden sollen, rät Roland zu einer Vogelfuttermischung, bei der für jede Art etwas dabei ist. Und: das Vogelhaus möglichst geschützt aufhängen, zugig darf es ebenso wenig sein wie frei einsehbar. Letzteres bedeute Gefahr für die kleinen Vögel, denn auch im Winter halten die Feinde, wie Sperber, nach ihnen Ausschau, um sie zu reißen. Deshalb sei es gut, wenn ein schützender Strauch in der Nähe ist. Für die größeren Vögel wie Amsel können schon mal Apfelspalten im Garten deponiert werden. »Die holen sie sich bestimmt.«

Die Vögel entwickelten ihre eigenen Strategien, im Winter zu überleben. Sie fliegen in die Städte, wo es wärmer ist als auf dem Land, oder kommen aus den Wäldern in die Wohngebiete, um sich an den Futterplätzen zu laben. Schwierig werde das Überleben bei den jetzigen Temperaturen für Vögel, die sich nur von Insekten ernähren, wie Hausrotschwänze, die Roland vor einigen Tagen auf seinem Grundstück beobachtete. »Normalerweise ziehen sie gen Süden.« Bei Eis und Schnee würden sie hier mangels Nahrung eingehen. Um es den heimischen Vögeln im Winter leichter zu machen, ist es sinnvoll, beim Gestalten des Gartens darauf zu achten, solche Sträucher anzupflanzen, die im Winter den Gästen einen Futterplatz bieten - wie Zierapfel, Schlee oder Hagebutte, rät Roland. (Foto: kai)

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Artikel vom 13.01.2010 - 11.00 Uhr
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