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Volles Haus im Bienenstock

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Artikel vom 03.05.2014 - 12.50 Uhr

Volles Haus im Bienenstock

Reichelsheim-Heuchelheim (kai). Karlheinz Guth liebt sein Hobby. Er gerät ins Schwärmen, wenn er vom Wunder im Bienenstock erzählt. Seit 38 Jahren hält er Bienen, derzeit betreut der 74-Jährige 15 Völker. Vor 40 Landfrauen berichtete er am Dienstag über den Lebenszyklus der Bienen, wie sie Pollen sammeln und daraus Honig wird.

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Vom Wunder im Bienenstock berichtet Imker Karlheinz Guth. Der 74-Jährige hält seit 38 Jahren Bienen. (Foto: kai)
© Ines Dauernheim
»Jetzt in der Hochsaison legt eine Königin bis zu 2000 Eier am Tag«, erklärte er. »Die Bienenstöcke sind derzeit mit bis zu 60 000 Bienen voll.« Der Imker müsse in dieser Phase seine Völker gut im Auge haben. Entwickelt sich eine neue Königin, bereitet sich die ältere aufs Ausschwärmen vor und verlässt den Stock. »Das ist wie ein Lava-Ausbruch«, erzählte er. Damit es nicht soweit kommt, kontrolliert Guth die Waben regelmäßig. Sieht er, dass eine Königin herangezogen wird, die nicht benötigt wird, vernichtet er die Zelle, in der sie wächst.

Bis zu fünf Jahren kann eine Königin leben. Die Königinnen sind an ihrer Größe zu erkennen, Imker markieren sie mit einem Punkt. »Eine Königin braucht 21 Tage bis sie entwickelt ist, eine Arbeiterin 17 Tage, Drohnen 24 Tage.« Die Arbeitsteilung im Bienenstock sei phänomenal. Im Sommer wie im Winter halten die Bienen die Temperatur konstant bei etwa 36 Grad. Sofort nach dem Schlüpfen übernehmen die Arbeiterinnen ihre ersten Aufgaben: Sie reinigen die Waben, später füttern sie die Königin, danach sind sie für den Wabenbau zuständig, anschließend produzieren sie Wachs. Im Alter von etwa 21 Tagen sind sie in der Nähe des Fluglochs zuständig fürs Bewachen, erst danach fliegen sie zum Pollen und Nektarsammeln.

»Bienen fliegen täglich nur eine Blütensorte an«, erklärte Guth. Die Informationen, wo sie reichhaltige Nahrung finden, geben sie über den Schwänzeltanz weiter. Eine Biene verlasse den Stock niemals ohne Pollen und Nektar. »Das ist ihre Energie, die sie zum Fliegen benötigt.« Im Umkreis von 500 bis 1000 Metern um ihren Standort steuert sie Blüten an. »Ein Bienenvolk benötigt den Honig zum Überleben, wenn der Imker ihn wegnimmt, tauscht er ihn gegen eine Zuckerlösung aus«, erläuterte Guth.

Anfang Mai beginnt für Guth die Honigernte. Er tauscht die Waben aus und schleudert sie. Mehrfach rührt er den Honig, damit er streichfähig wird. Die jetzige Ernte, in der die Bienen vor allem Raps und blühende Bäume anflogen, verkauft Guth als Früh-Tracht. »Dieser Honig sieht heller aus.« Die zweite »Ernte« folgt im Juli, dieser Honig hat eine dunklere Farbe. Anschließend bereiten sich die Bienenvölker auf den Winter vor.

»In Deutschland werden jährlich bis zu 17 000 Tonnen Honig erzeugt«, sagte Guth. »Verbraucht werden bis zu 100 000 Tonnen, der größte Teil wird eingeführt, den größten Teil benötigt die Pharmaindustrie.« Neben Honig erzeugen Bienen auch Wachs, das Bienenharz Propolis und Pollen. Guth bot den Landfrauen auch die trockenen, eiweißreichen Pollen zum Probieren an. »Das waren sehr interessante Informationen«, dankte Landfrauenvorsitzende Monika Repp.

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Artikel vom 03.05.2014 - 12.50 Uhr
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