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Mit Wohnmobil bis Oman: Reise für die Sinne

Artikel vom 17.04.2010 - 02.00 Uhr

Mit Wohnmobil bis Oman: Reise für die Sinne

Reichelsheim-Heuchelheim (kai). Der Alltag hat Anke Feil und Frank Jermann wieder. Etwas mehr als fünf Monate sind sie mit ihrem Wohnmobil von Heuchelheim aus in den Oman gereist - und wohlbehalten wieder in der Wetterau angekommen.
Fast fünf Monate sind Frank Jermann und Anke Feil mit ihrem Wohnmobil unterwegs gewesen, um ihr Ziel, den Oman, zu erreichen und
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Fast fünf Monate sind Frank Jermann und Anke Feil mit ihrem Wohnmobil unterwegs gewesen, um ihr Ziel, den Oman, zu erreichen und zu bereisen. Während der Tour zeichneten sie den Weg auf die Wand ihres Wohnmobils. Über die Reise wird Jermann eine Multimedia-Schau gestalten.
Viele Mitbringsel zeugen von ihrer langen Reise nach Arabien: Im Wohnzimmer duftet es dezent nach Weihrauch. Eine reichhaltig verzierte Kopfbedeckung hängt am Haken. Der Teppich auf dem Tisch stammt aus dem Oman, das Schächtelchen mit den aufwändigen Einlegearbeiten aus verschiedensten Materialien auch. Die omanische Trommel ist nicht das einzige Instrument, das sich die beiden angeschafft haben - in Persien erstanden sie eine Art Schlagzeug, fast wie ein Tamburin, im Innern des Rahmens sind Ringe eingearbeitet. »Das wird bei Feiern gespielt. Es wäre schön, wenn wir es richtig könnten«, sagt Jermann.

Es gibt über 100 Dattelsorten

Auf dem Tisch bieten die beiden Datteln an. »Es gibt weit über 100 Dattelsorten«, erzählt Anke Feil. Wurden sie auf ihrer Reise eingeladen, gehörten die Datteln immer dazu. »Es war eine Reise für die Sinne«, schwärt Frank Jermann. Die Farben und die Düfte sind ihm in bester Erinnerung geblieben. Aus fast jedem Haus im Oman habe es anders gerochen. »Die Frauen räuchern einmal am Tag ihr Heim aus«, erzählen die Weltenbummler, und Feil schwärmt: »Im Oman gab es tolle Parfums, richtig ölig, ohne Alkohol, sinnbetont.«

Wenn es nach den Düften ginge, würde sie nicht lange in Deutschland bleiben. Inzwischen ist sie wieder in ihren beruflichen Alltag eingetaucht. Jermann arbeitet weiter an seinen Projekten. Eines davon ist, die Erlebnisse ihrer Tour vielen Menschen zugänglich zu machen. Rund 40 000 Fotos haben die beiden in den vergangenen Monaten zusammengetragen. Dazu kommen viele, viele Erlebnisse, die sie in Tagebüchern notierten, und die Einssicht, dass die Sprache für sie zu schwer war. Während ihrer langen Vorbereitungsphase für die Tour versuchten beide, Arabisch zu lernen. »Ortsschilder zu lesen, das bekamen wir hin, Infotafeln konnten wir nicht entziffern«, gestehen sie. Doch da die Omaner und auch die Perser ohnehin kaum damit rechneten, dass Touristen ihre Sprache sprechen könnten und wollten, wurde mit Zeichen, Englisch, Französisch oder Italienisch kommuniziert.

Waschen an der Quelle

Ein Zeichen, das ihnen half, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen, war ihr Wohnmobil. »Mobiles Wohnen kennen die Menschen dort nicht.« Sie konnten sich kaum vorstellen, dass in dem Gefährt Küche, Bad und Toilette untergebracht sind. Die Fläche zwischen den beiden Fenstern seines Wohnmobils nutzte Jermann, um eine Karte aufzuzeichnen, die die Tour markierte. »Abends hörten wir oft Klopfgeräusche, wenn die Menschen auf die Orte deuteten, die sie kannten«, erzählt Jermann. Viele Male habe er mit Einheimischen vor der Karte gestanden und gezeigt, wie sie gefahren sind.

Die Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen wollen die beiden in ihren Alltag integrieren. Fremde Menschen luden sie ein, bewirteten sie. »Die Menge der Erlebnisse, die wir in den vergangenen Monaten hatten, war nicht normal, wir haben viel, viel mehr erlebt.« Bei alledem achteten die beiden darauf, ihren Alltag organisiert zu halten: aufräumen, putzen und waschen. Entweder reinigten sie ihre schmutzige Wäsche in Waschsalons in den größeren Städten oder stoppten, wenn sie Frauen an Quellen sahen, und schlossen sich spontan an. Ihre Lebensmittel kauften sie dort, wo die Einheimischen auch hingingen, so kam es, dass sie im Iran binnen eines Monats nur rund 300 Euro benötigten. Vor allem in Persien sei der Sprit sehr billig gewesen, rund drei Cent kostete der Liter.

»Wir wollten während unserer Reise Neues lernen - das ist gelungen«, sagt Jermann. Mehrmals seien sie unbemerkt über Schwellen gereist, nach denen die Wesenszüge der Menschen, die Musik, das Leben anders war. »Fanatiker gibt es überall, Extremisten haben wir nicht getroffen.«

Bis zum Herbst will er eine Multi-Media-Schau über die Tour zusammenstellen und sie deutschlandweit zeigen - im Stil wie er bisher schon mit seinen Bildern über New York und Kalifornien unterwegs ist. (Foto: kai)

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Artikel vom 17.04.2010 - 02.00 Uhr
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