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Kleingeld zum Rolls Royce in Spielbank besorgt

Artikel vom 18.06.2009 - 11.00 Uhr

Kleingeld zum Rolls Royce in Spielbank besorgt

Reichelsheim-Dorn-Assenheim (hh). »Was Sie hier sehen, ist die Renngeschichte der 50er und 60er Jahre.« Stolz blickt Friedel Liedke auf die Horex-Sammlung von Reinhard Jutzi, der neun fahrbereite Solo- und Gespann-Unikate sein eigen nennt. Wenn es um historische Motorräder geht, sind die beiden Tüftler die Experten beim 9. Oldtimerfest des GTLF-Fanclubs.
Teilen eine Leidenschaft, nämlich die für Horex-Rennmaschinen: Konstrukteur Friedel Münch, GTLF-Fanclub-Vorsitzender Klaus Dönge
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Teilen eine Leidenschaft, nämlich die für Horex-Rennmaschinen: Konstrukteur Friedel Münch, GTLF-Fanclub-Vorsitzender Klaus Dönges, Motorradschau-Leiter Friedel Liedtke und Rennfahrer Helmut Diemer vor einer Horex von Reinhard Jutzi (v. l.). (Fotos: Hachenburger)
Liedtke garniert die Motorradaustellung mit technischen Details und begrüßt freudig Friedel Münch. Der gebürtige Dorn-Assenheimer ist als Konstrukteur der legendären Münch-Mammut bekannt.

Man kennt sich seit den 50er Jahren. Von Münch erhielt Jutzi einst einen ausgedienten Horex-Werksrennmotor. Seitdem ist sie da, die Leidenschaft. Jutzi erzählt, was von vielen Ausstellern zu hören ist, die mit der Spürnase eines Sherlock Holmes nach Fertigungsteilen gesucht, Fahrgestelle in Eigenregie gebaut und dann ihre zweirädrigen Schätze zusammengeschraubt haben: »Tagsüber wurde gearbeitet, nach Feierabend ging es in die Werkstatt, und am Wochenende war man auf den Rennpisten zu Hause.«

Die Anekdoten der Aussteller füllen ganze Bücher, und immer ist viel Nostalgie im Spiel, denn so manche Marke ist längst vom Markt verschwunden. Zigtausende Jahre von Automobil-, Motorrad-, Traktoren- und Feuerwehrgeschichte konnte GTLF-Vorsitzender Klaus Dönges an beiden Tagen präsentieren. Sein Resümee: »Das war eins unserer besten Feste.«

Motoren dröhnten überall. Da lässt Helmut Diemer seine Maschine mit 4000 Umdrehungen aufheulen, und auf dem Sportgelände rattern markante Zweitakter um die Wette. Mit der Kraft der zwei Kerzen, wie auf einem Aufkleber zu lesen ist, rollen gerade zehn kultige Trabbis ein. Vor Jahren habe er einen für 15 Euro erstanden und das auch nur, weil der Tank voll war, erzählt ein Teilnehmer. Tiptop in Schuss sind sie, die bunten 26 PS-Flitzer, die selbst ein Laie dank der bescheidenen Technik wieder zum Laufen bringen kann. »Wer in der Schule ein bisschen in Physik aufgepasst hat, kriegt das hin«, zumal die Nutzung keine Grenzen kennt: »Den habe ich meinem Mann geschenkt, und er ist dann gleich damit zum Standesamt gefahren.« Reih an Reih steht der Volkswagen des Ostens neben dem des Westens. Dazwischen schicke Borgwards und Volvos, Opel und Mercedes Modelle, und als vier waschechte »Knutschkugeln« der Marke BMW Isetta einfahren, applaudiert das Publikum.

Auch die chromblitzenden PS-Dinos stoßen auf Bewunderung. »Was waren das Zeiten, als es noch keine Klimadebatte gab«, sagt ein Passant mit Blick auf die US-Straßenkreuzer. Ein solcher Klassiker ist der Cadillac Cabrio von 1959. Der sechs Meter lange Amischlitten mit seinen ein Meter hohen Heckflossen beherbergt über 300 Pferdchen im blitzblank gewienerten Motorraum. Gegenüber die europäische Nobelkarossen. Hier ein Jaguar, dort ein 64er Rolls Royce, von dem der Aussteller behauptet, zum Erwerb des Objekts musste sich der Vorbesitzer das nötige Kleingeld in der Spielbank besorgen.



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Artikel vom 18.06.2009 - 11.00 Uhr
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