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»Heute geht fast nichts mehr ohne das Europaparlament«

Artikel vom 19.05.2009 - 11.00 Uhr

»Heute geht fast nichts mehr ohne das Europaparlament«

Reichelsheim-Weckesheim (arc). Beim Europafest der Reichelsheimer SPD sollte eigentlich nicht die Politik im Mittelpunkt stehen, sondern die Menschen und Kulturen Europas, erklärte der neue Parteivorsitzende Dieter Falzmann. Doch wegen der anstehenden Europawahl wurde das Fest vorverlegt, und auch die Grußworte der anwesenden Politiker bezogen sich hauptsächlich auf die anstehende Wahl.
»Ist das scharf?« fragt Thorsten Schäfer-Gümbel am ungarischen Stand, neben ihm die Kreistagabgeordnete Wiltrud Risch-Laasch (l.
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»Ist das scharf?« fragt Thorsten Schäfer-Gümbel am ungarischen Stand, neben ihm die Kreistagabgeordnete Wiltrud Risch-Laasch (l.) und die Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl.
Zwischen Spezialitäten wie Kartoffeln mit Dip, Spare Ribs und Guinness aus Irland, Kesselgulasch und Gewürzen aus Ungarn, Vorspeisen und Döner aus der Türkei oder Schnitzel, Öko-Eiskrem, Äbbelwoi und Schokoküssen aus Deutschland eröffnete der ehemalige Europaabgeorndete Willi Görlach die Folge der Grußworte. »Europa ist weit weg und das Parlament ein zahnloser Papiertiger«, griff er einen Leserbrief aus der WZ auf. Zunächst pflichtete er dem bei, dass das Europaparlament in der Anfangszeit nur eine beratende Funktion hatte. Diese habe sich jedoch in den letzten Jahrzehnten geändert. Heute ginge fast nichts mehr ohne das Europaparlament. So legte dieses auch die Richtlinien fest für die Ausschreibungen der Busunternehmer, welche in der Wetterau die Schüler transportierten. Es sei also durchaus auch im Interesse der Bürger, die richtigen Personen in das Europaparlament zu wählen. Wen man für den Richtigen halte, solle jeder selbst entscheiden, nur sollte man die Wahl nicht ignorieren, schloss Görlach.

In dieselbe Kerbe hieb auch der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, welcher der Rede Görlachs nicht viel hinzuzufügen hatte in Sachen Europa. Doch setzte sich der Landesvorsitzende auch kurz mit der Bundespolitik auseinander, besonders mit dem neuen Steuermodell der FDP, das er als großes Umverteilungssystem von unten nach oben bezeichnete. Auch die Landesregierung unter Roland Koch ließ Schäfer-Gümbel nicht aus.

Der Europaabgeordnete Udo Bullmann dagegen betonte, er arbeite in dem Ausschuss, der die »Heuschrecken abräumen« müsse, und spielte damit auf die derzeitige Finanzkrise an. Gerade auf europäischer Ebene müsse man die Weichen stellen, dass der einfache Bürger, der sein sauer Gespartes auf die Bank bringe, dort auf einen ehrlichen Kaufmann treffe und nicht einen »Halodri«. Im Europaparlament würden Dinge entschieden, die auch die Menschen vor Ort betreffen, betonte Bullmann und forderte ebenfalls zum Urnengang auf.

Über den Besuch der Politiker freute sich Falzmann, aber noch mehr über den guten Zuspruch, den die Veranstaltung hatte. »Es wird langsam zu einem echten Wetterauer Fest«, freute er sich. Zwischen den Ständen der verschiedenen SPD-Organisationen, des DGB und des Roten Kreuzes Reichelsheim war bald kein freier Platz mehr zu finden. Bei der facettenreichen Musik der Irischen Band Foreign Feathers sowie der Kalli-Velten-Jazzband blieben die Gäste noch lange bei strahlendem Sonnenschein und ließen sich die vielen Leckereien schmecken.

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Artikel vom 19.05.2009 - 11.00 Uhr
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