Reichelsheim (kai). Es gurrt und schnattert und gackert. An den Ausstellungskäfigen hängen Schilder, die Auskunft geben über die Tiere: Vorzüglich, hervorragend oder sehr gut ist bei vielen notiert. »Entspricht voll dem Zuchtziel« oder »Der Kamm ist nicht gut ausgebildet« haben die Richter, die am Samstagvormittag fast 200 Tiere bei der 21. Reichelsheimer Rassegeflügelschau beurteilten, hier notiert.
Nicht bei jeder Rassegeflügelschau zu sehen: forellenfarbige Laufenten.
»Das gibt die Meinung der Richter wieder, wie sich das Tier ihnen präsentiert hat. Bei der nächsten Schau kann wieder etwas anders beurteilt werden«, erklärte Karl-Heinz Guth, der Vorsitzende der Kleintierzüchter aus Reichelsheim.
Er und seine Kollegen hatten in den vorausgegangenen Tagen viel geschafft, damit die kleine Schau ein Erfolg wurde: Sie bauten Schaukäfige auf, hängten den Vorbau vom Vereinshaus mit Planen ab, besorgten Futter und Einstreu für die Tiere und gaben die begehrten Auszeichnungen in Auftrag. Denn da zur Schau im 100. Jahr des Vereinsbestehens eingeladen wurde, sollten es schon besondere Bänder sein, die an die besten Tiere des Tages verliehen wurden.
So wurden fünf Jubiläumsbänder vergeben. Für die forellenfarbigen Laufenten erhielt Wilfried Spartler aus Erlensee den Preis. Weitere Jubiläumsbänder gingen an Hannelore Roos aus Echzell sowie an die Reichelsheimer Horst Dielmann und Peter Prüfer. Mit Bändern des Landesberbandes ausgezeichnet wurden Mario Guth, Horst Ackermann, Hannelore Roos und Karl Wilhelm.
Gemeinsam mit Guth verlieh der Kreisvorsitzende der Rassegeflügelzüchter, Werner Fischer, die Preise. Er lobte die kleine, feine Schau, die die Reichelsheimer Geflügelzüchter auf ihrem Vereinsgelände organisiert hatten. »Wenn ein Verein keine Schauen mehr veranstaltet, ist er irgendwann tot.« Es müssten nicht immer 600 oder 800 Tiere gezeigt werden, die Reichelsheimer hätten mal wieder gezeigt, dass eine Ausstellung mit 200 Tieren auch schön sein könne.
Besonders gerne übernahm Bürgermeister Bertin Bischofsberger das Amt des Schirmherrn. Er erzählte von einer Überraschung, die seine Frau und er anlässlich ihrer Hochzeit erlebt hätten, als sie als frisch verheiratetes Paar die Hochzeitstauben von Horst Dielmann in den Himmel schicken durften. »Das werde ich nie vergessen und immer in Verbindung mit ihrem Verein bringen.«
Bischofsberger wünschte den Züchtern weiterhin viel Spaß Erfolg und Nachwuchs bei ihrem Hobby. »Sie zeigen bei ihrer Schau, dass ihnen Geflügelzucht Freude macht«, lobte er.