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Drei Grüne gründen einen Ortsverband

Artikel vom 04.11.2010 - 09.00 Uhr

Drei Grüne gründen einen Ortsverband

Reichelsheim (kai). In Reichelsheim gibt es wieder einen Ortsverband der Grünen. Geführt wird er von Martin Welti (1. Sprecher), Götz Wollinsky (2. Sprecher) und Eike Thiele (Schatzmeister). Ziel der Reichelsheimer Grünen ist es, zur Kommunalwahl im Frühjahr anzutreten.
Unter der Regie vom Sprecher der Kreis-Grünen, Helmut Betschel-Pflügel (links), gründet sich der Grünen-Ortsverband Reichelsheim
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Unter der Regie vom Sprecher der Kreis-Grünen, Helmut Betschel-Pflügel (links), gründet sich der Grünen-Ortsverband Reichelsheim. An seiner Spitze stehen Götz Wollinsky (2. Sprecher), Martin Welti (1. Sprecher) und Eike Thiele (von links). Das Ziel der Grünen: Zur Kommunalwahl im März fürs Stadtparlament zu kandidieren. (Foto: kai)
Am Dienstagabend kamen die drei Mitglieder, Grünen-Kreissprecher Helmut Betschel-Pflügel, zwei Gäste und Bürgermeister Bertin Bischofsberger zur Gründungsversammlung. »Es sind alle interessierten Bürger eingeladen, darf ich mich dazu setzen?« fragte Bischofsberger, als er die Grünen einige Minuten vom Tresen der Pizzeria »Il Collosseo« aus beobachtet hatte. Sein Rat war gefragt, als es darum ging, das Wahlsystem der Kommunalwahl am 27. März 2011 zu erklären. Es mache Sinn, mehr Kandidaten aufzustellen, als Sitze errungen werden können, es müsse an Nachrücker gedacht werden. Bei der Länge der Legislaturperiode lag der Rathauschef mit den angegebenen sechs Jahren etwas daneben. Das korrigierte Betschel-Pflügel: »Sie sind sechs Jahre gewählt, das Parlament wird für fünf Jahre gewählt.« Bei 27 Abgeordneten seien die Grünen auf der sicheren Seite, wenn sie zehn Kandidaten aufstellen. »Sind es weniger, verschenken wir Stimmen und kommen nicht ins Parlament.« Das Grünen-Grüppchen war sich einig, dass es im Reichelsheimer Politik-Geschehen mitmischen möchte. »Es ist einfacher, zur Wahl anzutreten, wenn wir einen Ortsverband gründen«, motivierte Betschel-Pflügel. Dazu seien mindestens drei Mitglieder nötig. Gesagt, getan. »Wir können nicht wachsen, wenn nichts da ist und kein Anfang gemacht wird«, sagte Martin Welti. Der 53-jährige Heuchelheimer regte beim Kreisverband an, einen Ortsverband zu initiieren. Seine Motivation: Den Reichelsheimer Stadtverordneten fehle es an Diskussionskultur, er habe eine reine Frontenbildung beobachtet, außerdem seien zu Themen wie dem Raiffeisengelände und den Rechtsradikalen in Echzell Grünen-Positionen wichtig.

»Politisch passiert hier nichts, das Parlament ist eine tote Masse«, urteilte Frank Jermann, der zur Versammlung kam, sich aber nicht politisch engagieren möchte. Hier schritt Bischofsberger wieder ein: »Mit dem, was Sie sagen, können Sie keine Wahl gewinnen«, gab er zu bedenken. Die Stadtverordnetenversammlung sei der Ort, wo die politischen Entscheidungen nach außen dargestellt werden. »Diskutiert wird in den Ausschüssen, da wird die politische Arbeit gemacht«, erklärte der parteilose Bürgermeister.

»Warum sind die Grünen hier so schwach?« fragte Jermann. »Weil es früher eine gute, starke SPD gab. Jetzt sind die Verhältnisse in Reichelsheim nicht so erfreulich«, erklärte Betschel-Pflügel. Er riet dem neuen Ortsverband, sich Mitstreiter zu suchen, die bereit sind, die Liste für die Kommunalwahl zu komplettieren. »Nehmt nur solche auf, denen ihr vertraut.« Er rechnet damit, dass die Reichelsheimer Grünen aus dem Stand fünf bis zehn Prozent der Stimmen bekommen und mit mindestens zwei Vertretern ins Parlament einziehen. Zum Vergleich: Die FWG errang bei der Kommunalwahl 2006 6,8 Prozent der Stimmen und bekam zwei Sitze.

Viel Zeit bleibt den Grünen nicht mehr. Bis Mitte Dezember wollen sie ihre Liste bilden, Abgabetermin beim Wahlleiter der Stadt Reichelsheim ist der 20. Januar. Nun heißt es Themen finden, für die die Grünen in Reichelsheim stehen. »Reichelsheim hat keine Klimaschutzziele, die ökologische Ausrichtung der Stadt muss erkennbar sein, Kinderbetreuung ist immer wichtig«, zählte Betschel-Pflügel auf. »Ein Findungsprozess muss her, der Kreisverband bietet an, Flugblätter zu drucken«, versprach er. Welti kann sich vorstellen, vor dem örtlichen Supermarkt für die Interessen der Grünen zu werben. »Die Leute müssen mitbekommen, dass es uns gibt.« Biolandwirt Wollinsky, der sich schon seit zwei Jahrzehnten für die Grünen engagiert, analysierte: »Da haben wir noch ganz schön was vor uns.« Deshalb trifft sich der neue Ortsverband schon am kommenden Dienstag, 9. November, um 20 Uhr erneut, diesmal auf dem Pappelhof der Familie Wollinsky.

Weitere Informationen zu den Grünen in Reichelsheim gibt es bei Martin Welti, Tel. 0 60 35/18 929 55 oder per E-Mail: info@welti.org.

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