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Alle Schüler sind beim Wandern offline

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Artikel vom 24.07.2014 - 18.33 Uhr

Alle Schüler sind beim Wandern offline

Ortenberg (kai). »Hier haben wir endlos viel Zeit zum Reden«, sagt Finn Mörler. Der zwölfjährige Bad Nauheimer nimmt mit 29 weiteren St.-Lioba-Schülern seit Montag am Projekt »Pilgern offline 2014 – wir sind dann mal weg« teil. Zu Fuß geht’s in drei Tagesetappen auf der Bonifatius-Route von Altenstadt zum Gederner See.

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Während der Stopps müssen die Jugendlichen ran: Misten ist nur eine der vielen Aufgaben, die sie übernehmen, um sich Essen zu verdienen. (Fotos: kai)
© Ines Dauernheim
Während der 60-Kilometer-Tour erledigen die Jugendlichen Hilfsdienste, um sich Essen zu verdienen. Als Motivatoren gehören die Hunde Diya und Fine sowie die Pferde Moppel und Lisa zum Tross, die die Schlafsäcke tragen.

Alles klappt wie geplant, bis zur Rast in der Domäne Konradsdorf: Nach einer kühlenden Dusche grasen die Pferde auf einer flugs eingezäunten Weide – bis sich Lisa wälzte. »Beim Aufstehen muss sie sich verdreht haben, sie hat Schmerzen im Rücken, ein Tierarzt muss her«, erzählt Lehrerin und Pferdebesitzerin Ute Schremser. Schnell improvisieren sie und ihre Kollegin Birgit Skjeldal: Die Zeit für den Arbeitseinsatz auf dem Bio-Hof der Familie Keller wird verlängert, bis der Tierarzt die Stute untersucht hat. Sein Rat: Stute Lisa muss zum Auskurieren auf die heimische Weide.

Betriebsleiter Helmut Keller verteilt derweil die Aufgaben. Einige Jugendliche befreien den Garten vom Unkraut. Schippen, Schaufeln, Schubkarren und Mistgabeln stehen für die große Gruppe parat – Hof kehren und die Kälberboxen ausmisten.

Als Lohn gibt’s frische Milch

Ohne Murren, feixend und lachend gehen die 11 bis 14-Jährigen ihre Aufgabe an. Steine, Stroh und Heu kehren sie auf Haufen, die andere mit Schaufeln in die Karren schippen. »Es ist anstrengend, macht aber großen Spaß«, sagt Justus Seliger. Derweil reißen Konstantin Leclerc, Finn Mörler, Florian Waßmann und einige andere Disteln und Melden, die Zwiebeln, Mangold und Kartoffeln überwucherten, aus dem kleinen Nutzgarten heraus. Nach drei Stunden bietet Keller den Pilgern die verdiente Mahlzeit an: frische Roh-Milch, Käse, Würstchen, Salate. »Das ist etwas ganz anderes als Schule oder zu Hause sein«, sagt Franziska Leclerc.

Die Pilger-Tage sind strukturiert: Morgens und abends gibt es einen christlichen Impuls. Dazwischen wird gewandert. Ab und zu sprechen Passanten die Truppe an. »Wenn wir durch Ortschaften gehen, tragen wir unser Banner vorweg«, erzählt Jakob Leineweber. Ein bunt bemaltes Laken, darauf das Schullogo, das Zeichen der Bonifatius-Route und die Logos der Stationen, an denen sie anpacken und verpflegt werden. Außerdem gab’s – gesponsert vom Schulförderverein – für jeden Pilger ein T-Shirt, das auf das Motto der Tour hinweist.



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Artikel vom 24.07.2014 - 18.33 Uhr
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