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Lustiges von der schlechtesten Sängerin der Welt

Artikel vom 03.02.2009 - 19.49 Uhr

Lustiges von der schlechtesten Sängerin der Welt

Ober-Mörlen (hau). Ins Schwarze traf der ökumenische Arbeitskreis am Samstag bei seinen rund 100 Gästen mit seinem Frauenfrühstück unter dem Motto »Die Nachtigall - Lassen Sie sich überraschen«. Tatsächlich geriet nach der Frühstücksrunde im evangelischen Gemeindehaus nebst Liedern mit dem »ökumenischen Frauenchor« der Auftritt von Susanne Rump zur absoluten Überraschung. Freudentränen kullerten, und am Ende wollte der Beifall kein Ende nehmen.
Susanne Rump alias Florence Foster Jenkins.	(Fotos: Hausmanns)
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Susanne Rump alias Florence Foster Jenkins. (Fotos: Hausmanns)
Ihre »szenische Lesung« leitete die Pfarrersfrau mit einer »Fernsehsendung« zur Nachtigall ein - frei nach Grzimek und Loriot in entsprechender Maske und Tonlage. War die Referentin schon in dieser Rolle nicht wiederzuerkennen, waren die Gäste erst recht von den Socken, als sie Bekanntschaft machten mit den von ihr erläuterten Eigentümlichkeiten der menschlichen Stimme - und mit einer ebenso extravaganten wie starken Frauenfigur der Geschichte: Florence Foster Jenkins (1868 bis 1944), um die sich bis heute ungezählte Anekdoten ranken.

Der zweifelhafte Ruhm als »schlechteste Sängerin der Welt« eilte ihr voraus, und doch waren die Konzerte von Florence Jenkins der heiße Tipp zunächst in Philadelphia und dann im ganzen Land. Nachdem Eltern und Ehemann ihre Gesangskarriere nicht hatten unterstützen wollen, erfüllte sie sich mit dem Erbe des Vaters diesen Wunsch selbst.

Jenkins nahm es mit Intonation und Rhythmus nicht so genau. Auch ihr begrenzter Stimmumfang und die Schwierigkeit, Töne zu halten, scheinen sie nicht nachhaltig beunruhigt zu haben. Schwankende Tempi gerieten zur besonderen Herausforderung für den Klavierbegleiter.

Dennoch liebte das Publikum sie. Manche Kritiker mutmaßten sogar, sie habe der Musik gedient, indem sie die Menschen neugierig auf Klassik gemacht habe.

Jenkins soll sich auf seltene Auftritte vor erlesenem und selbst ausgewähltem Publikum beschränkt haben. Auf langes Drängen hin sang sie am 25. Oktober 1944 ein Konzert in der Carnegie Hall, die sie selbst angemietet hatte. Wochen vorher waren die 2800 Eintrittskarten ausverkauft, auf dem Schwarzmarkt sollen sie zu 6000 Dollar gehandelt worden sein. Zum Repertoire gehörten Opern, romantische Lieder und selbst komponierte Werke. Auch vor Mozarts »Zauberflöte« schreckte sie nicht zurück. Heute sind die wenigen Originalaufnahmen heiß begehrt.

Je nach Rolle wechselte die Diva ihre extravagante Aufmachung, besonders zugetan war sie Engelsflügeln, Federboa, Fächer und mit Strass besetzten Hütchen. Blüten, die sie ins Publikum warf, hatte der Pianist wieder einzusammeln. Einen Monat nach ihrem Triumph (und vernichtender Presse) starb die legendäre Diva. Unerschütterliches Selbstbewusstsein und die Freude am Singen hatten sie ein Leben lang beflügelt.

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Artikel vom 03.02.2009 - 19.49 Uhr
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