Sie sind hier: Startseite » Lokales » Städte und Gemeinden » Ober-Mörlen »

»Ich möchte verkörpern, was ich singe«

  Anzeige

Artikel vom 16.10.2008 - 13.00 Uhr

»Ich möchte verkörpern, was ich singe«

Wölfersheim-Melbach (hau). Jenny Kreßmann ist überglücklich. Ihrem Herzenswunsch, Opernsängerin zu werden, ist die 19-jährige Abiturientin aus Melbach einen Riesenschritt näher gekommen: Die ehemalige Augustinerschülerin hat ihre Aufnahmeprüfung an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst bestanden.
Jenny und ihr Vater Karlheinz Kreßmann proben gerne zusammen.
Lupe - Artikelbild vergrössern
Jenny und ihr Vater Karlheinz Kreßmann proben gerne zusammen.
Wölfersheim-Melbach (hau). Jenny Kreßmann ist überglücklich. Ihrem Herzenswunsch, Opernsängerin zu werden, ist die 19-jährige Abiturientin aus Melbach einen Riesenschritt näher gekommen: Die ehemalige Augustinerschülerin hat ihre Aufnahmeprüfung an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst bestanden - mit Auszeichnung und einem Starterstipendium für hochbegabte Studienanfänger. Ihre Dozentin im Hauptfach Operngesang ist Dekanin Prof. Hedwig Fassbender.

Strahlend öffnet Jenny die Tür zu ihrem Musikzimmer im Melbacher Elternhaus. Sie wirkt wie die Ruhe in Person. Welch aufregende Wochen hinter ihr liegen und welche Herausforderungen auf sie warten, kann man nur ahnen. Mit einer eindrucksvollen Hörprobe zwischen Uni und Üben beginnt ihr Gespräch mit der Wetterauer Zeitung. Gerne erklärt sich Vater Karlheinz bereit, zur Begleitung in die Tasten des weißen Flügels zu greifen. Jenny entscheidet sich für ihre Lieblingsarie: die der Marguerite aus Gounods »Faust«. Ihr strahlend warmer Mezzosopran bahnt sich seinen Weg direkt unter die Haut. Scheinbar schwerelos schließt sich Regers »Waldeinsamkeit« an. Der erste Eindruck: Diese Stimme und Persönlichkeit haben eine große Zukunft vor und eine lange Entwicklung hinter sich.

In Musikerfamilie hineingeboren

Jennifer Freya Kreßmann wurde im März 1989 in eine Musikerfamilie hineingeboren. Schon der Großvater war Pianist und beide Eltern Berufsmusiker. Unter anderem mit ihrer Band Bourbon Family feierten Karlheinz »Charly« Kreßmann und seine Frau Christel jahrzehntelang internationale Erfolge. Auch Jennys zehn Jahre älterer Bruder Timm spielte schon früh hervorragend Klavier. Seinem Vorbild eiferte die kleine Schwester mit elf Jahren nach. »Ich habe mir viel abgeschaut und ein großes Repertoire angeeignet«, erinnert sich Jenny. Unter dem Namen »Jenny und die Powerkids« bekam sie als Achtjährige den ersten Plattenvertrag, sang »Starke Hits für starke Kids« ein und trat in Funk und Fernsehen auf.

Neben der Leidenschaft fürs Singen lernte und perfektionierte Jenny das Fagottspiel. Sie spielte im Schulorchester, in der Friedberger Stadtkapelle und einem Frankfurter Profi-Orchester. Auch im Schulchor und bei Musicalaufführungen der Augustinerschule wirkte sie mit Begeisterung mit. »Damals fuhr ich voll auf Musicals ab«, denkt Jenny an die Kombination aus Stimme und Tanz zurück. Der Eintritt in den Kinderchor der Oper Frankfurt und die stimmbildnerische Arbeit mit Trude Schmitz brachten die Wende. »Ich war hin und weg«, erzählt Jenny. »Es ist einfach toll, was ein Mensch mit seiner Stimme machen kann«. Mit kleinen Rollen entwickelte sich die große Liebe zur Oper, und mit 16 Jahren wusste sie: »Ich will Opernsängerin werden«.

»Natürlich mag ich noch immer Popmusik«, räumt Jenny ein. Doch die Oper sei eine ganz andere Liga. Entsprechend viel trainiert Jenny, nicht nur ihre Stimme. Vier Stunden Üben am Tag sind keine Seltenheit. »Singen ist nicht einfach nur schöne Töne produzieren.« Sie möchte vielmehr verkörpern, was sie singt. »Das Publikum soll spüren, um was es geht.« Zur positiven Ausstrahlung und Präsenz, und die hat die junge Frau mit dem strahlenden Lächeln auf Anhieb, gehören Gestik, Mimik und Artikulation ebenso wie die gängigen Opernsprachen Deutsch, Italienisch, Französisch und Englisch. Eben all die Facetten, die sich während ihres auf zwölf Semester ausgelegten Studiums neben der Stimme entwickeln sollen.

Dreitägiges Auswahlverfahren



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 16.10.2008 - 13.00 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang