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»Fettliebende Substanzen« und »Glühstoffe« sorgen für Verzögerung

Artikel vom 03.02.2009 - 20.10 Uhr

»Fettliebende Substanzen« und »Glühstoffe« sorgen für Verzögerung

Ober-Mörlen (hau). Eigentlich dachte man, der Abbruch der Alten Mädchenschule ginge flott voran. Umso größer ist das Erstaunen, dass sich seit zwei Wochen am Trümmerhaufen auf dem Kirchplatz nichts mehr getan hat. Täglich acht Stunden anwesend war bei Wind und Wetter zwar der Baggerfahrer, doch außer vereinzelter Hin- und Herbewegungen der Bauschuttberge wurde kein Fortschritt festgestellt. Seit gestern sind nun auch Bagger und Fahrer verschwunden.
High Noon - gestern auf dem Kirchplatz: Still ruht hier seit zwei Wochen der Bauschutt-See. Bald soll jedoch der Trümmerhaufen w
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High Noon - gestern auf dem Kirchplatz: Still ruht hier seit zwei Wochen der Bauschutt-See. Bald soll jedoch der Trümmerhaufen weg sein. (Foto: Hausmanns)
Die Großbaustelle und der Wegfall der meisten Parkplätze kosteten ihn 100 Kunden pro Tag, ist Frank Wagner nach zahllosen Telefonaten mit den Zuständigen am Ende seiner Geduld. Während der eigentlichen Abbrucharbeiten hatte der Bäckermeister vom Kirchplatz sein Geschäft schon eine Woche lang nachmittags geschlossen. Trotz erheblicher Umsatzeinbußen habe er seine Beschäftigten zu bezahlen, sorgt sich Wagner. Auch die anderen Anlieger, Gastronomen und Geschäfte litten unter der Verzögerung. Im Gemeindebauamt gebe man sich zwar alle Mühe, aber Wagner vermutet Mängel bei der Abstimmung zwischen Gemeinde, Bauleitung und ausführender Firma.

Bauamtsleiter Ingo Linke führt den Stillstand auf die strengen Vorschriften zurück, nach denen sich Rückbaufirma und Entsorgungsunternehmen zu richten hätten. Bauschuttproben müssten in einem Institut analysiert, in Schadstoffklassen eingeteilt und dann entsprechende Deponien ausgewählt werden. Vor allem in der Abdichtung des Kellergeschosses seien »fettliebende Substanzen« und »Glühstoffe« gefunden worden, die zwar nicht gefährlich seien, aber laut Gesetz nicht einfach so recycelt werden könnten. Man habe den Vorschlag unterbreitet, den Bauschutt notfalls in Containern zwischenzulagern, damit er bis Ende dieser Woche vom Kirchplatz verschwindet.

Mit einer derartigen Verzögerung habe keiner gerechnet, bestätigt der bauleitende Architekt Gustav Jung. Die Schadstoffe seien unvermutet und in geringer Konzentration gefunden worden. So etwas ergebe sich erst, wenn ein Gebäude niedergelegt sei. Die Analyse sei nun aber abgeschlossen. Jetzt gelte es, die passende Deponie auszusuchen. Unglücklicherweise sei jetzt der Bagger defekt.

Wie Dervis Yaman, Bauleiter der Rückbau-Firma, gestern auf WZ-Anfrage erläuterte, wartet er noch auf die Deponiegenehmigung.

Verwertbares und nicht verwertbares Material müssten der entsprechenden Lagerung zugeordnet werden. Die dazu erforderliche „Deklarationsanalyse“ könne immer erst am so genannten »Haufwerk« durchgeführt werden, also erst, wenn »die Miete liegt«, sprich: der Bauschuttberg. Immerhin handele es sich bei den Resten der Alten Mädchenschule um rund 1300 Tonnen.

Yaman stellt aber in Aussicht, dass die Schuttberge Anfang kommender Woche umgesetzt werden, entweder direkt auf die Deponie oder in ein Zwischenlager.

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Artikel vom 03.02.2009 - 20.10 Uhr
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