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»Diego« soll Behindertenhund werden

Artikel vom 02.12.2009 - 19.48 Uhr

»Diego« soll Behindertenhund werden

Ober-Mörlen/Friedberg (bd). Seit ihrer Geburt sitzt Ulrike Möller im Rollstuhl - angeborene Querschnittslähmung. Die junge Frau, die aus Ober-Mörlen stammt und jetzt in Friedberg lebt, arbeitet in Ockstadt als Sachbearbeiterin in den Wetterauer Werkstätten der Behindertenhilfe. Ulrike Möller hat einen Traum: Einen ausgebildeten Behindertenbegleithund zu besitzen, der ihr kleine Hilfestellungen im Alltag geben kann.
Ulrike Möller mit ihrem Retriever-Mix »Diego«.	(Foto: pv)
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Ulrike Möller mit ihrem Retriever-Mix »Diego«. (Foto: pv)
Diesen Wunsch möchte sich die 24-Jährige jetzt mit ihrem fünf Monate alten Golden-Retriever-Mix »Diego« erfüllen. Drei Jahre dauert die Ausbildung bei einem darauf spezialisierten Verein, rund 11 000 Euro wird sie das Ganze kosten. Die Ausbildung will sie mit Erspartem und Spenden finanzieren. Denn Unterstützung, etwa Krankenkasse oder Versorgungsamt, kann sie nicht erwarten.

Der Verein, der aus »Diego« einen Behindertenbegleithund macht, nennt sich »Canis Lupus Therapeuticus« und ist in Leimen bei Heidelberg zu Hause. Während der Ausbildung soll der Retriever-Mix lernen, Frauchen Gegenstände aufzuheben, das Telefon zu bringen, Türen zu öffnen und zu schließen oder auch Kleidungsstücke beim Umkleiden zu apportieren. Das Training wird Claudia Mollo, die 1. Vorsitzende des Vereins, übernehmen. Sie sitzt ebenfalls im Rollstuhl, hat die gleiche Behinderung wie ihre Kundin. Sie wird im Alltag unterstützt von einem Behindertenbegleithund, den sie selbst ausgebildet hat.

Vielleicht, so hofft Ulrike Möller, bewältigt der gelehrige Mix das Pensum schneller als angenommen. Claudia Mollo war bereits in Friedberg, um sich den Hund anzusehen. Ulrike Möller: »Sie hat sich fast fünf Stunden mit dem Hund beschäftigt und dabei festgestellt, dass er bestimmt ein guter Behindertenbegleithund wird.« Wenn »Diego« die Ausbildung abgelegt hat, erhält er eine farbige Weste, die ihn als Behindertenbegleithund ausweist. Dann darf er auch mit in den Lebensmittelladen, der ansonsten für Hunde tabu ist, um Dinge aus dem Regal zu holen.

Unterstützung für das Vorhaben signalisieren ihr Chef Reinhold Medebach, der Geschäftsführer der Behindertenhilfe Wetteraukreis, und Ober-Mörlens Bürgermeister Sigbert Steffens, der gegenüber der WZ das besondere soziale Engagement von Ulrike Möller würdigte. Sie besuche im Rollstuhl regelmäßig die Kindergärten der Gemeinde, lese den Kindern vor und erzähle von ihrer Behinderung.

Ulrike Möller hofft, bald mit der Ausbildung beginnen zu können. Das Training findet überwiegend in ihrer Wohnung in Friedberg statt. Deshalb wird Claudia Mollo in den nächsten Monaten sehr häufig von Leimen in die Wetterau fahren. Ulrike Möller freut sich drauf und bittet für ihr Vorhaben um Spenden von Bürgern und Firmen für die Hundeausbildung. Die können eingezahlt werden bei der Volksbank Ober-Mörlen (BLZ 51861806, Konto 4330049948) oder (mit Quittung) bei Canis Lupus Therapeuticus (Kennwort: Diego), Volksbank Wiesloch (67292200) auf das Konto 29874905.

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