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»Sie sollen dem Land eine Zukunft geben«

Artikel vom 02.01.2010 - 02.00 Uhr

»Sie sollen dem Land eine Zukunft geben«

Niddatal-Assenheim (hed). Immer wieder hört man von Freiwilligen, die in Krisengebiete reisen, um die Menschen dort zu unterstützen. Und immer wieder ist es wichtig, über sie zu berichten, denn auch deren kleine Beiträge sind den Bedürftigen vor Ort eine große Hilfe. Das zeigt auch das Beispiel von Elke Schmitt: Die Assenheimerin flog im Dezember zum zweiten Mal nach 2008 in den ostafrikanischen Staat Burundi, um dort angehende pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) auszubilden.
Trotz Armut und Hunger sind es schöne Erinnerungen: Elke Schmitt zeigt Bilder aus Afrika.
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Trotz Armut und Hunger sind es schöne Erinnerungen: Elke Schmitt zeigt Bilder aus Afrika.


Als sich in Ostafrika Mitte der 90er die Volksgruppen der Hutu und Tutsi gegenseitig auslöschten, schaute die Weltöffentlichkeit weg. Den meisten Menschen ist der Ruanda-Konflikt mittlerweile ein Begriff. Dass der blutige Krieg der Ethnien auch in der südlichen Nachbarrepublik Burundi seit 1993 schätzungsweise 250 000 Menschen das Leben kostete, ist dagegen vielen unbekannt. Durch den Genozid liegt das Durchschnittsalter in Burundi bei gerade mal 16,7 Jahren. Das Land - in der Fläche so groß wie Belgien - ist selbst für afrikanische Verhältnisse dicht bevölkert. Die acht Millionen Einwohner zählende Republik ist wirtschaftlich extrem heruntergekommen, und laut Welthungerindex neben dem Kongo das am stärksten von Hunger betroffene Land der Welt.

Um das zu ändern, versuchen viele Organisation, Burundi eine eigenständige Zukunft zu ermöglichen - beispielsweise durch Entwicklungshilfe in der Ausbildung. Die von der früheren Wiesbadener Krankenschwester Verena Stamm gegründete »Foundation Stamm« betreut mehrere Heime und andere Einrichtungen im Land (siehe Kasten). Darunter auch die Berufsschule »Karl der Große«, an der junge Afrikaner als Köche, Schreiner, Schweißer oder eben als PTA ausgebildet werden.

Elke Schmitt ist gelernte Chemielaborantin, seit Jahren arbeitet sie in der pharmazeutischen Analytik. Über die deutsche Organisation »Burundikids«, die eng mit Stamm zusammenarbeitet, kam der Kontakt ins Land zustande. Im Dezember war Schmitt für drei Wochen in Burundi, um den Azubis an der Berufsschule in der Hauptstadt Bujumbura prakische Chemie zu veranschaulichen. Anfangen musste sie allerdings mit eher unerwarteten Lektionen: »Ich bat die Schüler, ihre Lernunterlagen abzuheften, da wurde ich nur mit fragenden Blicken angeschaut. Tatsächlich mussten die meisten erst einmal lernen, wie man einen Locher benutzt.«

Problem: gefälschte Medikamente

Danach aber ging es an die Grundlagen: Schmitt zeigte, wie man Waagen kalibiriert, Sicherheitsrichtlinien einhält und »gute von schlechten Arzneimitteln unterscheidet«. Ein großes Problem im Land seien nämlich gefälschte Medikamente, die meist wirklungslos, aber in Einzelfällen auch gefährlich sei könnten. Langfristiges Ziel ist es, dass die Burunder ihre eigenen Mittel gegen Würmer, Husten, Fieber und Malaria herstellen und nicht mehr auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen sein müssen. Dann soll es auch mehr Apotheken geben, in denen die PTA arbeiten können.



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