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Konzert zum 300. Geburtstag von Wilhelmine von Bayreuth

Artikel vom 03.02.2010 - 17.51 Uhr

Konzert zum 300. Geburtstag von Wilhelmine von Bayreuth

Niddatal-Bönstadt. Dass Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die Schwester des Preußenkönigs Friedrich der Große, eine begabte Musikerin war, ist unter Musikfreunden wohl allgemein bekannt. Das Duo Mignarda gab in der Bönstädter Kirche ein Konzert anlässlich Wilhelmines 300. Geburtstags, und die Flötistin Sabine Dreier brachte Erläuterungen zu den Werken und ihrer Entstehungsgeschichte.
Sabine Dreier und Johannes Vogt während ihres Spiels.	(Foto: prs)
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Sabine Dreier und Johannes Vogt während ihres Spiels. (Foto: prs)
Aber natürlich standen nicht Texte und Informationen im Mittelpunkt des Abends, sondern die Musik. »Ich sitze bis über beide Ohren in der Musik« hatte Wilhelmine einst anlässlich einer Kompositionsphase geschrieben - und dieses Motto des Konzertabends wurde auch für die Zuhörer Wirklichkeit. Unter anderem erklang Wilhelmines Sonate in a-Moll, ihre einzige erhaltene Flötensonate. Der Charakter des Werkes erklärt sich aus dem traurigen Anlass seiner Entstehungsgeschichte, der politisch motivierten Hinrichtung eines Musikerfreundes auf Grund falscher Anschuldigungen. Entsprechend melancholisch-klagend war der 1. Satz; im 2. Satz wurde der Choral »O Haupt, voll Blut und Wunden« thematisch verarbeitet, wobei aber bei aller Trauer Wilhelmines Spiel- und Musizierfreude durchklang.

Ausgesprochene Musizierfreude kennzeichnete auch die beiden Musiker des Abends, Sabine Dreier mit der Traversflöte und Johannes Vogt mit der Barocklaute.

Natürlich war die Laute mit dem langen Hals, den 14 Saiten und den wunderschönen Rosetten ein Blickfang. Aber das Duo faszinierte das Publikum nicht durch große Gesten oder Selbstinszenierungen, sondern durch die Musik. Der Lautenist ließ als Begleiter angenehm zurückhaltend der Flöte freien Lauf, entfaltete sich raum- und klanggreifend in seinen Solopassagen und musizierte rundum überzeugend eine Lautensolo-Sonate von Wilhelmines Lautenlehrer Falckenhagen. Die Flötistin beeindruckte durch Empfindsamkeit und große Spannungsbögen in ruhigen Sätzen und durch Perfektion extrem virtuoser Sätze, die sie melodiös und mit musikalischer Ausdruckskraft ausgestalten konnte.

Friedrich der Große, sein Flötenlehrer Johann Joachim Quantz, sein Hofcembalist Carl Philipp Emanuel Bach, die Musikerfreunde Antoine Mahaut und Christian Friedrich Döbert, schließlich die Opernsängerin und Hof-Komponistin Anna Bon di Venezia, sie alle steuerten Werke für das Programm dieses Abends bei und ließen barocke Lebensfreude, verspieltes Rokoko und den »Empfindsamen Stil« der damaligen neuen Zeit spüren.

Dr. Siegfried Preiser

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Artikel vom 03.02.2010 - 17.51 Uhr
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