Niddatal-Wickstadt (udo). Es ist eine schöne Tradition der Pfarrei Wickstadt, den Jahresausklang gemeinsam mit Besuchern der befreundeten Pfarrei St. Wolfgang aus Dieburg als Waldweihnacht in der kleinen Wallfahrtskirche Maria Sternbach zu feiern.
Die Gäste aus der Pfarrei St. Wolfgang aus Dieburg haben nehmen einem Streichquartett auch einen kleinen Chor mitgebracht. (Foto: udo)
Bei Kerzenlicht kommt festliche Stimmung auf, und nach dem Gottesdienst wandern alle durch den Wald und übers Feld zum alten Pfarrhaus nach Wickstadt, um sich mit frugalen Speisen zu stärken. War es vor einem Jahr bei der Waldweihnacht bitter kalt, herrschten jetzt beinahe Frühlingstemperaturen. Auf die heißen Getränke, die in den vergangenen Jahren vor der Wallfahrtskirche angeboten worden waren, konnte deshalb diesmal verzichtet werden.
Allerdings kam vor dem Gottesdienst leichte Unruhe auf, weil Pfarrer Andreas Heger seinen Mitzelebranten Alexander Vogel aus Dieburg vermisste. Dieser stellte sich zur allgemeinen Erheiterung »wie eine Erscheinung« dann doch noch ein und versicherte: »Ich kenne jetzt jeden Waldweg.« Die Dieburger hatten ihren kleinen Chor und ein Streichquartett mitgebracht, das den Gottesdienst mit einem Pastorell von Mozart, dem »Trommlerjungen« und weiteren Weihnachtsweisen eröffnete und als Zugabe unter anderem Händels »Joy to the world« anstimmte. Der Chor sang über die große Freude darüber, dass der Messias geboren ist.
Auch Pfarrer Edgar Sahm, der vor einem Jahr in den Ruhestand verabschiedet worden war, nahm am Gottesdienst teil. Pfarrer Vogel predigte über die Frage, ob die Menschheit noch zu retten sei. Weihnachten komme der Sehnsucht der Menschen nach Frieden entgegen. Jedoch sei der Sinn des Fests verfehlt, wenn man sich in ein Idyll zurückziehe. Auch an einem solchen Fest müsse man sich der gravierenden Probleme unserer Zeit und der Not vieler Mitmenschen bewusst sein.