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Wird das Amtsgericht in Nidda geschlossen?

Artikel vom 10.03.2010 - 19.19 Uhr

Wird das Amtsgericht in Nidda geschlossen?

Nidda (en). Seit zwei Jahren wird saniert im und am Niddaer Schloss - doch die Tage, an denen das Amtsgericht hier seinen Sitz hat, könnten nach 136 Jahren gezählt sein: Die Hinweise verdichten sich, dass im Zuge der Zentralisierungsbemühungen im Landgerichtsbezirk nach Butzbach das nächste Wetterauer Amtsgericht seine Pforten schließen muss.
Nach fast anderthalb Jahrhunderten bald eine neue Nutzung - oder gar keine mehr: Noch ist im Niddaer Schloss das Amtsgericht unt
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Nach fast anderthalb Jahrhunderten bald eine neue Nutzung - oder gar keine mehr: Noch ist im Niddaer Schloss das Amtsgericht untergebracht. (Foto: bf)
Vor etwa drei Jahren bereits waren die ersten Befürchtungen in dieser Richtung laut geworden: Das Vereins- und Handelsregister und das Insolvenzgericht gingen nach Friedberg. Und als zum 1. September 2009 auch noch das Vormundschaftsgericht nach Büdingen wechselte, läuteten die Alarmglocken erneut. Vor allem die damalige Niddaer Bürgermeisterin Lucia Puttrich soll in den vergangenen Jahren dafür gesorgt haben, dass es das Amtsgericht heute überhaupt noch gibt. Aber man steht erneut auf der »Abschussliste« des Justizministeriums.

Die Tatsache, dass der Sitzungssaal und die Büros auf Vordermann gebracht wurden - seit 2005 sollen 800 000 Euro in neuen Innen- und Außenputz, Fenster und Fußbodenbeläge geflossen sein - bestärkte die rund 30 Mitarbeiter und vier Richter, in der Hoffnung, dass man nicht das Butzbacher Schicksal teilen werde. Obwohl auch dort noch im Jahr der Schließung Hunderttausende Euro in die Wärmedämmung investiert worden waren.

Nun sieht es wieder ganz anders aus: Eine Anfrage ging kürzlich bei den Amtsgerichten in Nidda und Büdingen ein, in der beide vom Justizministerium aufgefordert werden, Angaben über ihren Raumbedarf und den zur Verfügung stehenden Platz zu machen. Daraus schließt man die akute Gefahr.

Das Einsparpotential sieht man in der Belegschaft zumindest kurzfristig als minimal: Die Beschäftigten sind zum großen Teil Beamte oder Angestellte mit unbefristeten Verträgen. Und sie müssen immer wieder hinaus - dann von Büdingen aus - in die Heime von Bad Salzhausen, denn gerade die Anzahl der Betreuungssachen ist im Raum Nidda sehr hoch. Außerdem: Wenn, wie geplant, auch die Alsfelder Außenstelle in Lauterbach geschlossen wird, gibt es zwischen Büdingen und Alsfeld 70 Kilometer ohne Amtsgericht, bis von Schotten und Hungen müssten die Bürger nach Büdingen fahren.

Selbst die Hoffnung, das alte Schloss zu einem guten Preis zu verkaufen, teilt man beim Amtsgericht nicht - einmal mehr ist Butzbach das abschreckende Beispiel.

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Artikel vom 10.03.2010 - 19.19 Uhr
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