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Sturm, Starkregen und Hagel in der nördlichen Wetterau

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Artikel vom 12.08.2015 - 18.39 Uhr

Sturm, Starkregen und Hagel in der nördlichen Wetterau

Wetteraukreis (mlu). Am Montag ist eine Gewitterfront von Gedern über die nördliche Wetterau gezogen und hat besonders im Bad Salzhausener Kurpark große Schäden angerichtet. Über Södel entlud sich eine Gewitterwolke auf einen Schlag. Meteorologen sprechen von einem Microburst.

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Tief verdunkelt ist am Montagabend der Himmel über der nördlichen Wetterau.
© pv
Meistens kommen die Tiefs aus Westen. Kommen sie von Osten her, ist das für Nidda offenbar besonders gefährlich«, sagt Matthias Holland. Der Niddaer Stadtbrandinspektor hat voriges Jahr das heftige Unwetter in Wallernhausen miterlebt, und auch am Montag war er im Einsatz, als sich gegen 16.30 Uhr über Gedern eine Gewitterfront aufbaute, um in Sturmgeschwindigkeit über die nördliche Wetterau und den südlichen Landkreis Gießen hinwegzufegen. Betroffen waren im hiesigen Kreisgebiet die Kommunen Nidda, Wölfersheim, Rockenberg und Butzbach. Die größten Schäden verursachte das Unwetter in Bad Salzhausen.

Alte Bäume entwurzelt

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In Wölfersheim entlädt sich eine Wolke auf einen Schlag. Teils gehen dicke Hagelkörner nieder.
© pv
Die erste Alarmierung erhielt die Niddaer Feuerwehr laut Holland um 17.31 Uhr. Rund 60 Einsatzkräfte hatten bis 20.30 Uhr alle Hände voll zu tun, um Windbruch von Straßen zu räumen. Große Baumschäden entstanden im Kurpark mit seinen exotischen Gehölzen und in der Allee Richtung Nidda, die einen besonders alten Baumbestand aufweist. Einige Bäume riss der Sturm samt Wurzelbett aus dem Boden, an zwei Häusern deckte er Dächer teilweise ab. Der Kurpark und die Zufahrt zur neurologischen Klinik wurden bis aus Weiteres gesperrt. Die neurologische Klinik kann derweil über Geiß-Nidda angefahren werden.

Laut Daniel Rüd, der in Wölfersheim eine Wetterstation betreibt, kam es gegen 18 Uhr über Wohnbach und Obbornhofen zu einem Phänomen, das Meteorologen »Microburst« oder »Gewitterfallböe« nennen und bei dem sich eine Wolke auf einen Schlag entlädt. Punktuell seien 50 bis 60 Liter Wasser pro Stunde auf den Quadratmeter niedergegangen – mehr als eine durchschnittliche August-Monatsmenge. Allerdings sei nicht das Wasser für das Unwetter bezeichnend gewesen, sondern der Wind, der Geschwindigkeiten von bis zu 77 Kilometern pro Stunde erreicht habe. »Das entspricht Windstärke neun, liegt also im Sturmbereich«, erklärt Wettermann Rüd.

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Schlimmer als das Wasser ist der Wind, der unter anderem auf der A 45 und bei Wohnbach zu Verkehrsbehinderungen führt.
© pv
Vereinzelt kam es auch zu starkem Hagel. Das bekam unter anderem auch die Feuerwehr zu spüren, die zu insgesamt sechs Einsatzstellen gerufen wurde – eines ihrer Fahrzeuge wurde durch wallnussgroße Hagelkörner in Mitleidenschaft gezogen. »Nichts Gravierendes«, sagt Wölfersheims Stadtbrandinspektor Roland Bender, »nur ein paar Dellen«.

Auf der A 45 galt es für Wölfersheimer Wehrleute, Windbruch zu beseitigen, die Autobahn wurde vorübergehend auf einem Fahrstreifen gesperrt. Auch bei Wohnbach mussten die Einsatzkräfte Astwerk, das die Straße versperrte, beiseiteschaffen. Zudem waren einige Keller mit Wasser vollgelaufen.



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Artikel vom 12.08.2015 - 18.39 Uhr
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