In manchen Punkten ziehen Kandidaten an einem Strang
Nidda-Bad Salzhausen (ema) »Können wir unsere familienfreundlichen Ziele für Nidda mit dem künftigen Stadtoberhaupt umsetzen?« war die Kernfrage des Sozialpolitischen Forums, zu dem das Netzwerk für Kinder und Jugendliche in den Parksaal eingeladen hatte. Im Halbkreis saßen die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 21. Februar - Rosemarie Spamer, Reimund Becker, Peter Beuschel, Jürgen Heldt und Hans-Peter Seum - den 50 Gästen gegenüber.
Ziehen (manchmal) an einem Strang: Die Bürgermeisterkandidaten Peter Beuschel, Hans-Peter Seum, Rosemarie Spamer, Jürgen Heldt und Reimund Becker (von links) mit Moderator Bruns (Mitte). (Foto: Maresch)
Netzwerk-Geschäftsführer Frank Appel führte zusammen mit Christian Leibner durchs Programm, die Kandidaten-Voten moderierte Hermann Bruns. Vor allem seine sachkundige Gesprächsführung und nicht zuletzt die Glocke trugen dazu bei, dass ein Großteil der Gesprächspunkte abgearbeitet wurde.
Erweiterung der Tagesbetreuung für Klein- und Integrationskinder sowie längere Kita-Öffnungszeiten - darum ging es zu Beginn. Die erste Kontroverse zeigte sich bald: Während insbesondere Beuschel und Heldt bei grundsätzlicher Akzeptanz der Aufgabe keine Zusage für die Schaffung neuer Stellen machen wollten, forderte Spamer mehr Personal und die Nutzung von Bundes- und Landesmitteln.
Karin Mertzlin stellte die Gretchenfrage: »Förderung der Wirtschaft oder der Sozialleistungen - was hat Priorität?« Klugerweise wurde trotz unterschiedlicher Gewichtung eine fundamentalistische Diskussion vermieden. Einig waren sich die Kandidaten über die intensive Zusammenarbeit mit sozialen Initiativen aus der Bürgerschaft.
Gelegentlich hielten sich die Kandidaten einmütig an Bruns’ grünem Tau fest, etwa bei der Frage nach dem Zusammenstehen im »Bündnis für Demokratie« gegen Rechtsradikalismus.
Nachdrücklich bedauerten Susanne Martin-Ploner und Karlheinz Villioth, dass noch keine Organisationsform für die geplanten Besuche bei Eltern Neugeborener samt Übergabe einer Infomappe gefunden wurde.
Beuschel machte sich für die Schaffung eines Familienbüros stark, Becker für die Nutzung vorhandener Personalressourcen. Das weitete er auch auf die Arbeit der städtischen Jugendpflege aus: »Wir müssen die fachkompetenten Kräfte, die wir haben, so mit dem Einsatz Ehrenamtlicher bündeln, dass wir ein Mehr bieten können.«
Immerhin - dass die Jugendpflege der Stadt mit zweieinhalb Fachkraftstellen vorbildlich besetzt ist, fand Anerkennung.