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Erst ist der Bischof da, dann die Raubritter

Artikel vom 12.08.2008 - 00.00 Uhr

Erst ist der Bischof da, dann die Raubritter

Münzenberg (mdl). Bei blauem Himmel und frischer Brise trafen sich große, kleine, alte und junge Leute aus Münzenberg und Umgebung am Wochenende auf dem Marktplatz zum Lichterfest. Peter Tinz führte durch das Programm, die Hofreiten rund um den mittelalterlichen Marktplatz waren geöffnet, so konnte man frische Brezeln aus der Schmiede knabbern oder Wein am Rathaus genießen.
Bischof Pradeep Samantaroy und der katholische Pfarrer Josef Rüssmann.	(Foto: pv)
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Bischof Pradeep Samantaroy und der katholische Pfarrer Josef Rüssmann. (Foto: pv)
Bischof Pradeep Samantaroy aus der nordindischen Diözese Amritsar hatte am Morgen im ökumenischen Gottesdienst gepredigt. Auf dem vollbesetzten Marktplatz hatten sich die evangelische und die katholische Gemeinde versammelt, als Pfarrer Wagner-Schwalbe von der evangelischen Gemeinde den ökumenischen Gottesdienst eröffnete, sekundiert von seinem katholischen Kollegen. Der Posaunenchor der Gemeinde spielte auf und festliche Lieder erklangen.

Bischof Samantaroy, dessen Diözese Amritsar mit der Propstei Oberhessen seit 24 Jahren eine enge Partnerschaft pflegt, weilte wegen der Bischofssynode der anglikanischen Kirchengemeinschaft in Europa und hatte die Gelegenheit zu einem Besuch in Oberhessen genutzt. Basierend auf dem Johannesevangelium entwickelte der Bischof seine Predigt und Vision von weltweiter Gemeinschaft und Partnerschaft. »Auch wenn das nicht allen gefällt: Warum sollten nicht auch andere als nur die Christen zum Leib Christi gehören, meine muslimischen Freunde zum Beispiel oder die Sikhs oder Hindus?«, stimmte der Bischof die Zuhörer nachdenklich. Nach dem Gottesdienst musste er schon bald zum nächsten Termin weiterziehen, aber er ging nicht, ohne den Braten probiert zu haben.

In der Spiel- und Spaßwerkstatt versuchten derweil die Kleinen, Holzstückchen mit Haken zu angeln, während Kunstbegeisterte in der Hofreite von Therese Jaensch-Pulm auf ihre Kosten kamen. Das Eberstädter Blasorchester untermalte das gesellige Treiben auf dem Platz mit Blasmusik, Polka und Hits.

Mit frisch gezapftem Bier, erlesenen Weinen und Deftigem vom Grill ließ man sich in den Abend gaukeln, während Raubritter und Barmherzige der Freien Ritterschaft zu Münzenberg mit den Schwertern um das Hab und Gut von fünf Burgfräulein kämpften.
Die Tanzmäuse erfreuten so manch stolzes Elternpaar, die schon etwas größeren Down-Town-Dancers aus Ober-Hörgern tanzten Disco zum roten Pferd, während die Down-Town-Teens in Lendenschurz und Federn akrobatische Formationen vorführten, die sie mit Tatjana Kehm einstudiert hatten.

Die Tänzerinnen des TSV Münzenberg unter Leitung von Janina Karl erfreuten mit roter Blume im Haar die Zuschauer mit lateinamerikanischer Salsa. Als dann die Sonne unterging, flackerten die Kerzen auf, ein Funken-Sprühregen erhellte den Platz und Leuchtraketen schossen in die Nacht.

Das Münzenberger Lichterfest wurde organisiert unter der Federführung des TSV, aber alle Vereine packten mit an.

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