Karben (pe). Wo es heute noch grau ist, soll es schon in einigen Wochen grünen und blühen. Die Rede ist nicht nur von der Mitte des Kreisels an der St.-Bonifatius-Kirche, sondern auch von den Flächen im Stadtzentrum und dem Kreisel am Ortseingang von Burg-Gräfenrode. Die Stadt hat nämlich ein Grünkonzept unter dem Motto »Karben blüht auf« erarbeiten lassen.
Hier soll es noch in diesem Frühjahr grünen und blühen: In der Kreiselmitte in Klein-Karben sollen die Rosenbüsche gegen Blumen mit leuchtenden Farben ausgetauscht werden. (Foto: pe)
Und das zieht auf insgesamt 60 Seiten nicht nur eine negative Bilanz von der Optik der Pflanzbeete auf Plätzen, an Straßeneinmündungen und in den Kreiseln, sondern schlägt auch diverse Änderungen vor. In der Phase 1 sollen noch in diesem Jahr Veränderungen zwischen dem Klein-Karbener Kreisel und dem Groß-Karbener Bahnhof mit Ausnahme des Park-und-Ride-Platzes und ebenso am »Roggauer« Kreisel vorgenommen werden. Während der Phase 2 im Jahr 2012 sollen die Park-und-Ride-Plätze an den beiden Bahnhöfen sowie die Ortseinfahrten umgestaltet werden, Phase 3 folgt 2013 und sieht die Änderung der Bepflanzung unter anderem in Kloppenheim an der B 3 und der verschiedenen Straßeneinmündungen und Mittelinseln vor.
»Die Bepflanzung entlang der Hauptverkehrsachse gefällt mir überhaupt nicht«, meinte Bürgermeister Guido Rahn zu Beginn der Pressekonferenz im Sitzungssaal des Rathauses. Anstoß zu der Arbeit der beiden Landschaftsarchitektinnen Hildegunde Henrich und Antonia Lauterbach vom Büro »Grün+Stadtplanung« sei der fehlende Pflegeplan gewesen. Die beiden hätten festgestellt, dass die Anpflanzungen in der Stadt »einigermaßen optimierungsbedürftig« seien. Sie hätten die gesamte Stadt »bereist« und dabei kein einziges positives Beispiel für eine gelungene Bepflanzung festgestellt, so das Stadtoberhaupt gegenüber den Pressevertretern.
Überall in der Stadt seien Rosenbüsche gesetzt worden, die aber nach und nach verholzt seien. Häufig seien die Pflanzbeete gar nicht mehr gepflegt worden, manche dienten inzwischen als Müllkippe für Abfälle von Auto fahrenden Zeitgenossen. Das wolle man ändern. Er hoffe dann, dass die Hemmschwelle, dort etwas hinzuwerfen, höher werde, wenn die Beete schöner bepflanzt seien.
Derartige Rosenbüsche, die schwer zu pflegen seien, finde man im Kreisel in Klein-Karben. Dieser Platz soll laut Rahn mit blühenden Stauden bepflanzt werden, und zwar abgestuft, sodass vom Frühjahr bis in den Herbst hinein dort blühende Pflanzen stünden. Die vier Bäume sollten dort bleiben. Aufgefrischt werden sollen auch die »in die Jahre gekommenen« Sträucher rund ums Rathaus.
Auch der Kreisel in Burg-Gräfenrode sei »unansehnlich«, so Rahn. »Wir wollen auch da etwas Blühendes haben.« Zurzeit erarbeite ein »fachlich versierter Klein-Karbener Bürger« einen Pflanzplan für den Kreisverkehrsplatz in »Roggau«. Er tue dies ehrenamtlich, Mitarbeiter der Gartenabteilung des Bauhofes sollen dann die Bepflanzungen vornehmen, der Klein-Karbener Kreisel soll von einer Fachfirma neu gestaltet werden.
Die Kosten für die Gestaltung dieses Kreisels bezifferte Rahn auf rund 15 000 bis 20 000 Euro inklusive Fremdpflege. Für die gesamte Phase 1 rechne man mit Kosten von unter 50 000 Euro.