Naturfreunde Karben setzen auf ehrenamtliche Mitstreiter
Karben (dit). Ein Feuer loderte hell, Lieder wurden gesungen: In idyllischer Umgebung feierten die Naturfreunde mit ihren Gästen am Samstagabend die Sommersonnenwende.
Zur traditionellen Veranstaltung fanden sich trotz kühler Temperaturen zahlreiche Besucherinnen und Besucher ein.
Kleine Gäste dürfen beim Entzünden des Feuers helfen. (Foto: Ditscher)
Über die Resonanz zeigten sich der 1. Vorsitzende der Naturfreunde, Jochen Thun, und Stellvertreter Andreas Riesner erfreut. Mit weiteren Vorstandsmitgliedern und freiwilligen Helfern hatten sie die Feier organisiert. Grillspeisen und Getränke wurden zu moderaten Preisen angeboten. Die kulinarischen Genüsse wurden an den im Freien vorhandenen Tischen und Bänken sowie in einem eigens für die Sonnwendfeier aufgestellten Zelt verzehrt.
Die Live-Band »Route 66« spielte Hits aus den 60er- und 70er-Jahren. Zum Repertoire der Musiker, die erstmals bei den Naturfreunden gastierten, gehörten unter anderem Songs der Beatles und der Rolling Stones. Kinder fanden auf dem Spielplatz Kurzweil.
Thun betonte: »Wir sind froh, dass das Gelände sowohl bei Veranstaltungen wie auch als Naherholungsziel gut angenommen wird. Deshalb haben wir auch einiges investiert.« Er berichtete, dass die Heizungsanlage im Naturfreundehaus im Dezember 2009 ausgetauscht wurde. »Auch die Fußböden und die Toiletten wurden erneuert. Jetzt haben wir die Terrasse neu gefliest.« Ein beträchtlicher Teil der Arbeiten sei von den Naturfreunden in Eigenleistung erbracht worden. »Der Verein zählt rund 90 Mitglieder. Leider ist nur ein Bruchteil davon aktiv. Die Arbeit lastet auf wenigen Schultern. Wir könnten mehr Unterstützung gebrauchen«, so Thun, der, wie seine Mitstreiter, einen Button mit dem Aufdruck »Naturfreunde Karben - Ich arbeite ehrenamtlich« trug. Riesner erzählte, dass dieser Button auf Initiative des Vorstandes entstanden sei, um zu verdeutlichen, dass es sich bei dem an Sonntagen und bestimmten Wochentagen geöffneten Naturfreundehaus nicht um ein kommerziell betriebenes Restaurant handele, sondern dass es von engagierten Vereinsmitgliedern bewirtschaftet würde.
»Jeder kann sich einsetzen«
Die Bedeutung des Ehrenamtes hob auch Bürgermeister Guido Rahn in seiner Feuerrede hervor. »Viele Dinge können nur in Angriff genommen werden, wenn sich die Bürger einbringen. Es ist keine Lösung, wegen jeder Kleinigkeit nach der öffentlichen Hand zu rufen«, erklärte er und verwies unter anderem auf die angespannte Finanzlage der Kommune. Jeder könne sich auf irgendeine Weise für die Gemeinschaft einsetzen. »Vereine und andere Einrichtungen beklagen den Mangel an Aktiven. Insbesondere bei jungen Leuten fehlt es an der Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen«, sagte er. Der Bürgermeister forderte die Anwesenden auf: »Packen Sie mit an, überlegen Sie, wie Sie sich einbringen können, helfen Sie uns.«
Vor und nach der Feuerrede wurden Lieder zur Gitarrenbegleitung von Jochen Thun und Hans Susemichel gesungen. Derweil die Flammen eine angenehme Wärme spendeten, erklangen im Feuerschein die Volksweise »Im Krug zum grünen Kranze, der Song »Die Antwort kennt nur der Wind« und das traditionelle Schlusslied der Sonnwendfeier »We shall overcome«.