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Karbener setzen klares Zeichen gegen rechts

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Artikel vom 15.06.2013 - 07.51 Uhr

Karbener setzen klares Zeichen gegen rechts

Karben (vkk). Vor knapp vier Wochen erhielt die Stadt Karben erste Hinweise auf die Eröffnung eines Treffpunktes der »Identitären Bewegung Deutschlands« in Karben. Die sogenannte »Projektwerkstatt« entstand direkt neben der Moschee in der Bahnhofstraße in Groß-Karben. 500 Bürger haben darauf reagiert und ein »Bündnis für ein offenes Karben ohne Nazis« gegründet.

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Da gehen alle Hände hoch: Soeben wird das Bündnis gegen rechts gegründet.
»Eine besondere Provokation«, nannte Kulturstadtrat Philipp von Leonhardi das auf der Informationsveranstaltung zum Rechtsextremismus am Donnerstagabend. »Das war Anlass zum Projekt, unsere Freiheit in Karben zu verteidigen.« Der Beginn der Veranstaltung verzögerte sich jedoch zunächst, denn die vorhandenen 300 Stühle reichten für die vielen Besucher nicht aus. Bis auf den letzten Platz besetzten die 500 anwesenden Karbener dann Stühle und schnell aufgestellte Tische.

Den Treffpunkt der Identitären dürfe man nicht unterschätzen, erklärte Hartmut Polzer von der »Initiative Stolpersteine« den Zuschauern. Die Gründung der Projektwerkstatt könnte für Karben noch unbekannte Folgen haben. Über 100 »Gefällt mir«- Klicks hat die Facebook-Seite der Gruppierung bereits. Zudem lädt der Betreiber im Internet Gleichgesinnte zu sich ein. »Keiner weiß, was passiert, wenn die hier eintreffen«, fürchtete Polzer.

Die Stolpersteine-Initiative hatte das Treffen gemeinsam mit der Stadt, der Kurt-Schumacher-Schule, dem Ausländerbeirat, dem Deutsch-Ausländischen Freundeskreis und der Türkisch-Islamischen Gemeinde im Eiltempo organisiert . Ziel der Veranstaltung war es, die Bürger über die rechtsextreme »Projektwerkstatt« zu informieren und ein Bürgerbündnis zu gründen. Dieses Bündnis steht für »Null Toleranz für Rechtsextremismus in Karben«.

Wer sich hinter den Identitären verbirgt und welche Gefahren von ihnen ausgehen, erklärte Prof. Dr. Benno Hafeneger vom Institut für Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität in Marburg. »Die Identitären wollen mitreden und mitbestimmen«, beschrieb er die Gruppierung, »sie verbreiten die Ansicht, dass Europas Kultur untergeht und nur ein weißes Europa den Untergang verhindern kann.« Dabei verschleierten sie häufig ihre rassistische Einstellung: »Sie sagen: Wir haben nichts gegen Ausländer, aber sie sollen nicht bei uns leben. Sie sollen zurück in ihr eigenes Land, zu ihrer eigenen Kultur und Demokratie.« In Treffpunkten wie der »Karbener Projektwerkstatt« diskutieren sie über solche Themen und planen Aktionen.

In kleinen Gruppen

Dass der Rechtsextremismus hier Fuß zu fassen versucht, sahen die Bürger auch deutlich in den letzten Wochen. Plakate und Aufkleber mit rechtsextremen Parolen wurden in der Stadt verbreitet. Rechtsextremismus ist in der Wetterau ein Thema, das immer wieder aufkommt. Andreas Balser von der Antifaschistischen Bildungsinitiative Friedberg gab einen Überblick über die Aktivitäten: »Immer wieder tauchen in der Region rechtsextreme Gruppierungen auf. Das sind meist wenige Personen, die nur eine kleine Minderheit repräsentieren. Wenn wir denen hier gemeinsam friedlich entgegentreten, haben sie auch in Karben keine Chance.«



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Artikel vom 15.06.2013 - 07.51 Uhr
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Leserkommentare
(19.06.2013 08:48)
bla
Hoch den Arm
Auf dem Bild zum Artikel heben alle den rechten Arm. Ist das der angedeutete "Hitlergruß"?
(18.06.2013 18:59)
Hemaistos
Falschinformationen.
Entsetzlich wie dieses Bündnis aus CDU, Linksextremisten und islamisch-mationalisitischer DITIB gelobt und verklärt wird, aber dann werden auch noch Lügen verbreitet.
1. Ich war während dieser Veranstaltung anwesend, und ich bezeuge, dass die "einige anwesende Rechten" die mit den Veranstaltern zu diskutierten suchten, von den Zuschauern weder "ausgebuht noch ausgelacht" wurden. Das ist schlicht eine Lüge.
Das bestätigt auch der folgende, sehr ausführliche Bericht.
http://www.sezession.de/39390/stadt-karben-gegen-andreas-lichert-teil-2.html
2. Bei den Fragestellern, handelte sich auch zumeist nur um einfache Karbener Bürger, die mit den Gründern der Projektwerkstatt nichts gemein hatten. Anderes Lichtert und seine Freunde wurde sogar bereits vorab der Einlass zur Veranstaltung verwehrt und damit auch jedwede Möglichkeit sich gegen die Vorwürfe gegen ihn zu äußern. Mit "demokratischer Diskussionskultur" hat das wenig zu tun.
Und bei den "rechten Parolen" handelte es sich um kritische Fragen über die fragwürdigen extremistischen/ türkisch-nationalisitische Hintergrund einiger der Forenteilnehmer.
(18.06.2013 18:55)
Hemaistos
Faxginformationen
Entsetzlich wie dieses Bündnis aus CDU, Linksextremisten und islamisch-mationalisitischer DITIB gelobt und verklärt wird, aber dann werden auch noch Lügen verbreitet.
1. Ich war während dieser Veranstaltung anwesend, und ich bezeuge, dass die "einige anwesende Rechten" die mit den Veranstaltern zu diskutierten suchten, von den Zuschauern weder "ausgebuht noch ausgelacht" wurden. Das ist schlicht eine Lüge.
Das bestätigt auch der folgende, sehr ausführliche Bericht.
http://www.sezession.de/39390/stadt-karben-gegen-andreas-lichert-teil-2.html
2. Bei den Fragestellern, handelte sich auch zumeist nur um einfache Karbener Bürger, die mit den Gründern der Projektwerkstatt nichts gemein hatten. Anderes Lichtert und seine Freunde wurde sogar bereits vorab, der Einlass verwehrt und damit jedwede Möglichkeit sich gegen die Vorwürfe gegen ihn zu äußern.
Und bei den "rechten Parolen" handelte es sich um kritische Fragen über die fragwürdigen extremistischen / türkisch-nationalisitische Hintergrund einiger der Forenteilnehmer.
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