Karben (jas). Schon einmal etwas von Zwerg-Regenbogen-Schneckenkindern gehört? Sie sind klein elfenhaft, langhaarig und eine Idee von Nicole Wink. Eine Auswahl dieser schönen Exemplare aus Wolle, die in einem Schneckenhaus stecken, hatte die Bad Homburger Künstlerin mit nach Karben gebracht.
Christel Feiler (r.), die den Hobby- und Künstlermarkt von Beginn an begleitet, verkauft weihnachtliche Gestecke. (Fotos: Stavenow)
Mit Märchenhaftem aus Wolle und Seide war sie auf dem Hobby- und Künstlermarkt im Rathaus vertreten und präsentierte nicht nur ihre Elfenwesen, sondern eine Vielzahl von farbenprächtigen Handarbeiten aus Filz. Da gab es Lampenschirme, Gürteltaschen und Ohrringe, aber auch passend zur Weihnachtszeit wie Maria und Josef oder die Heiligen Drei Könige aus Wolle gefertigt.
60 Aussteller hatte Christel Feiler, die Organisatorin der großen Hobbyschau, für die 19. Ausgabe am ersten Adventswochenende gewinnen können. »Es sind eine Menge alte Hasen dabei wie zum Beispiel Else Lampert, die die Kunst des Spinnens zeigt, aber auch eine ganze Reihe neuer Aussteller«, sagte Christel Feiler, die den Hobby- und Künstlermarkt seit seinem ersten Tag begleitet. Premiere feierte zum Beispiel die Vinothek, die bereits jetzt zum Jubiläum im kommenden Jahr fest zugesagt hat und eine Tombola organisieren will. »Darüber freue ich mich sehr, denn der Erlös soll dann wahrscheinlich der Muco-Hilfe zugute kommen«, so Feiler. Auch in diesem Jahr wurde der Verein mit dem Geld aus dem Kuchen- und Kaffeeverkauf unterstützt.
Zum ersten Mal dabei waren beim großen Treffen der Hobbykünstler, die Klassisches wie Gestecke, Kerzen, Holzarbeiten und Tee, aber auch Ungewöhnliches wie Seifen und Hüte mitgebracht hatten, jedoch nicht nur die Weinexperten. Auch Gabriele Slabon aus Dieburg präsentierte erstmals den Besuchern ihre Tiffany-Kunstwerke, darunter elegante Engel und bunte Fensterbilder. »Erlernt habe ich das Arbeiten mit Glas nicht. Ich habe es mir selbst beigebracht und geschickte Hände. Jedes Kunstwerk ist ein Unikat, nach einer festen Vorlage arbeite ich fast nie«, sagte sie. Momentan seien es verrückte Vögel, die es ihr angetan haben. »Und ich glaube, die werden gut.«
Kunstglasbläser Joachim Hörnig aus Eisenach fertigt vor den Augen der Zuschauer eine blaue Glaskugel für den Weihnachtsbaum.
Ein Paradies für Puppenfans war der Stand von Irene und Klaus Främcke aus Hüttenberg, die auch zum ersten Mal den Weg nach Karben auf sich genommen hatten. Im Kofferraum dabei: handgemachte Puppenbettwäsche, Kleider, Puppenwagen und -wiegen sowie Decken aus mit Spitze besetzter Baumwolle. Seit zehn Jahren fertigt Irene Främcke Dinge, die das Herz von Puppenmüttern höher schlagen lassen. Seit kurzem wird sie dabei von ihrem Ehemann unterstützt. »Ich kann doch meine Frau nicht alleine losgehen lassen«, sagte er und meinte damit die Ausflüge auf Flohmärkte, auf denen seine Frau nach alter Wolle, Bettwäsche und Puppenwagen sucht. Ihre Funde arbeiten beide dann auf und kreieren neue Utensilien daraus. »Fürs Holz ist mein Mann zuständig, ich nähe«, sagte Irene Främcke.
Altes Handwerk konnten sich die Besucher des Künstlermarktes im Foyer des Rathauses anschauen. Vor den Augen vieler Karbener fertigte Kunstglasbläser Joachim Hörnig aus Eisenach eine blaue Glaskugel für den Weihnachtsbaum. »Bei 1000 Grad schmilzt das Glas. Erst wenn es rot glüht, kann ich es in Form blasen«, erläuterte er. Und in wenigen Minuten war aus einem blauen Glasstab eine schöne Kugel mit - so hatte die Kundin es gewünscht - weißen und silbernen Verzierungen geworden. Eine alte Handwerkskunst zeigte Herbert Wohlfahrt, der aus Probbach ins Bürgerzentrum gekommen war. Unermüdlich flocht er Weidenzweige zu einem Korb und demonstrierte eindrücklich, wie viel Mühe das Verarbeiten dieser Zweige macht, die übrigens von Plantagen aus Südfrankreich und Spanien kommen. »Heimische Weide kann ich zum Flechten nicht nehmen«, sagte Wohlfahrt. »Sie ist zu trocken und lässt sich nur schwer verarbeiten.«