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Generationen haben bei ihm schwimmen gelernt

Artikel vom 10.02.2009 - 20.14 Uhr

Generationen haben bei ihm schwimmen gelernt

Karben (cf). Nach 22 Jahren und einem Monat sagte gestern Schwimmmeister Norbert Schön den Badegästen im Hallenfreizeitbad und seinen Kollegen »Tschüss«. Der gebürtige Bad Nauheimer ist am 1. Februar in den Ruhestand getreten. Ganze Generationen haben bei ihm schon schwimmen gelernt.
Zur Verabschiedung gibt’s eine Urkunde und Blumen für den langjährigen Bademeister Norbert Schön (M.) von Bürgermeister Ro
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Zur Verabschiedung gibt’s eine Urkunde und Blumen für den langjährigen Bademeister Norbert Schön (M.) von Bürgermeister Roland Schulz. Links: Schöns Ehefrau Christina. (Foto: Fauerbach)
Den im Zeichen Wassermann geborenen Maschinenschlosser hatte es nach drei Jahren Lehre und vier Berufsjahren als Maschinenkontrolleur zum nassen Element hingezogen. Er trat 1970 als Schwimmmeistergehilfe im Freibad »Parkbad« Bad Nauheim in den Öffentlichen Dienst ein. Danach folgten Stationen als Schwimmmeistergehilfe im Usa-Wellenbad. In dieser Zeit leistete Schön seinen Wehrdienst in Stadtallendorf ab und bestand die Prüfung zum staatlich anerkannten Schwimmmeister. Es folgte eine dreieinhalb Jahre dauernde Zeit als freiberuflicher Schwimmmeister und Schwimmlehrer, bevor Schön am 1. Januar 1987 als Schwimmmeister in Karben anfing.

»Herr Schön versieht nicht nur einfach so seinen Dienst, sondern ist mit Leib und Seele mit seinem Beruf verheiratet«, lobte Bürgermeister Roland Schhulz bei der Verabschiedung. So erteilte er Kindern Schwimmkurse. »Er war immer sehr nah an den Badegästen, was uns oft heiße Diskussionen einbrachte«, schmunzelte der Bürgermeister. »Norbert Schön hätte gern mehr ins das Hallenfreizeitbad investiert - wie viele von uns - was aber nicht ging.« Schulz überreichte Schön eine Urkunde und einen Blumenstrauß in den Farben der Stadt.

Der Geehrte zitierte in seiner Dankesrede den Spruch, mit dem ihm der Magistrat auf seiner letzten Geburtstagskarte gratulierte: »Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist ein Geheimnis und der Augenblick ein Geschenk.« In diesem Sinne hielt er Rückblick und gab eine Vorschau auf seinen Unruhestand: »Die Freude an meinem Beruf ist groß. Bei mir kommt an erster Stelle der Badegast. Durch diese Einstellung waren Konflikte mit meinem Arbeitgeber vorprogrammiert.« Während seiner Zeit als Schwimmmeister musste er zwei Kinder und einen Erwachsenen reanimieren. Schlimmeres sei ihm während seines Dienstes erspart geblieben. In Zukunft würde er gern weiter Schwimmkurse in Karben geben, bekannte er. »Die Kurse meines Mannes sind vor allem bei Kindern seit über 30 Jahren sehr beliebt«, sagte Ehefrau Christina. Die Erzieherin bescheinigt ihrem Mann großes pädagogisches Geschick. Stets seien die Kurse ohne Werbung ausgebucht gewesen. So habe Schön, der ohne Vorurteile auf Menschen zugehe, vor zwölf Jahren in Karben einen Frauenbadetag ins Leben gerufen.

In Zukunft will sich Norbert Schön seinen vielen Hobbys, seinem Bauernhof und seiner politischen Karriere widmen. So brennt er seit 20 Jahren Schnaps und Likör aus dem Obst seiner 300 Obstbäume und keltert Apfelwein. Auf dem 130 Morgen großen Bauernhof der Schwiegereltern in Nieder-Rosbach wartet viel Arbeit auf ihn. Versorgt werden wollen 20 Milchkühe, die im Sommer auf der Weide stehen, je 50 Hühner und Hasen sowie jeweils zwei Schweine und Schafe.

Morgens mistet die 73-jährige Schwiegermutter immer den Kuhstall aus und melkt die Kühe. Der drei Jahre ältere Schwiegervater fährt bei der Getreideernte den Mähdrescher. Über die aktive Hilfe von Norbert Schön bei der Arbeit freut sich auch Ehefrau Christina, »die Mutter des Bauernmarktes« von Nieder-Rosbach. Die Idee zur Direktvermarktung der Produkte hatte sie vor neun Jahren bei der Mirabellenernte auf einem Baum. Inzwischen ist Norbert Schön Marktmeister in seinem Wohnort und 2. Vorsitzender der Hessischen Direktvermarkter. In der Rosbacher Stadtverordnetenversammlung vertritt er als einer von drei Politikern der Partei PUR (Partei unabhängiger Rosbacher) die Interessen seiner Mitmenschen. Nebenbei organisiert Schön zusammen mit seiner Frau Ferienspiele. Ab kommendem Monat rettet das Paar als Mitglied des BUND-Ortsverbandes wieder Kröten vor dem Überfahren. »Wir sind den ganzen Tag unterwegs, um etwas zu bewegen«, so die Ehefrau.

Die Stelle von Schön im Hallenfreizeitbad wird nach dem Willen der Stadtverordnetenmehrheit vorläufig nicht neu besetzt.

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Artikel vom 10.02.2009 - 20.14 Uhr
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