Führt eine Reihenuntersuchung zur Mutter des toten Babys?
Bad Vilbel (süd). Um die Mutter des am Donnerstag nach Pfingsten in einem blauen Müllsack tot aufgefundenen Säuglings zu identifizieren, überlegen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit, ob sie eine DNA-Reihenuntersuchung durchführen. Das bestätigte Polizeisprecher Jörg Reinemer am Montag der Wetterauer Zeitung: »Wir werden alles tun, um die Mutter zu finden.«
Es werde geprüft, wie viele Frauen aus der Region für einen solchen Gentest in Frage kämen. Die Polizei geht aufgrund der Fundstelle des toten Babys nämlich davon aus, dass Ortskenntnisse vorliegen.
Am Montag erhielt die Kriminalpolizei Friedberg von der Gerichtsmedizin Frankfurt die DNA-Muster des toten Säuglings und der Mutter. Ein Abgleich des DNA-Musters der Mutter mit den beim Landeskriminalamt Wiesbaden vorhandenen Dateien von Straftätern verlief negativ. Die DNA-Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen, möglicherweise finden sich noch andere Spuren, so der Sprecher.
Deshalb sucht die Polizei weiterhin nach der unbekannten Frau, die am Dienstag oder Mittwoch nach Pfingsten in einer Apotheke und einem Drogeriemarkt in der Frankfurter Straße nach sogenannten Wöchnerinnen-Einlagen gefragt hat. Die Gesuchte hat dunkle, schulterlange Haare, eine kräftige Figur und ist über 30 Jahre alt. Sie sprach einen auffälligen, nicht eingrenzbaren Dialekt. Außerdem wird ein Paar gesucht, das sich an Pfingsten an der Nidda in der Nähe der Fundstelle aufgehalten und geangelt hat. Weiterhin hofft die Polizei auf Hinweise auf Frauen, die plötzlich länger abwesend waren, sowie auf Schwangere, die danach nie mit einem Kind angetroffen wurden.
Vergangene Woche hatten die Ermittler in der Nähe des Fundortes rund 2000 Handzettel an Passanten verteilt. Hier befinden sich unter anderem drei Schulen, das Freibad, Sportanlagen, Berufsförderungswerk und die Innenstadt. Fünf neue Hinweise sind danach eingegangen.