Karben (jas). »Ich bin hier der Schutzmann vor Ort«, sagt Frank Bopp und lacht. »Hört sich ein bisschen nach 1910 und Pickelhaube an.« Davon aber ist der Polizist weit entfernt. Sein Büro im Karbener Rathaus, das er im Mai 2008 bezogen hat, ist mit neuester Technik ausgestattet, und vor der Tür steht sein Dienstfahrzeug, ein Zafira im Silberblau der Polizei. »Ich bin von hier aus direkt ans hessische Polizeinetz angebunden«, sagt Kommissar Bopp, »und von der Zuständigkeit her gehöre ich zur Polizeistation Bad Vilbel.« Sein Haupteinsatzgebiet allerdings ist Karben.
Frank Bopp ist als »Schutzmann vor Ort« direkter Ansprechpartner für die Karbener. (Foto: jas)
»Hier bin ich Ansprechpartner für die Bürger. Jeder kann zu mir ins Rathaus kommen und sein Anliegen vortragen.« 66 Kollegen hat Frank Bopp mittlerweile in ganz Hessen, die als »Schutzmann vor Ort« im Einsatz sind. »Ganz genau wusste ich anfangs nicht, was auf mich zukommt. Aber ich konnte es mir denken«, sagt der Büdinger, der nach seiner Ausbildung in Kassel bereits in Wiesbaden, Hanau, Heusenstamm, Friedberg und schließlich in seiner Heimatstadt Büdingen im Einsatz war. »Mit 35 Jahren habe ich mich dann noch einmal entschlossen, das Studium als Kommissar an der Verwaltungsfachhochschule, Fachbereich Polizei, zu beginnen«, erzählt er. 1999 schließlich, fünf Semester später, sei er fertig gewesen. »Eine stressige Zeit«, erinnert er sich, denn nicht nur das Studium erforderte Aufmerksamkeit, sondern auch die Familie, in der Zwillingsmädchen den Ton angaben.
Regelmäßige Arbeitszeiten
Als Dienstgruppenleiter war Bopp in Friedberg, später dann für wenige Monate in Butzbach und schließlich seit November 2005 in Bad Vilbel tätig. Als das Angebot aus Karben kam, zögerte Bopp nicht lange. »Es hörte sich interessant an, und es war eine Tagesdienststelle. Das strebte ich nach 23 Jahren im Schichtdienst, der das Familienleben schwierig macht, an.« Jetzt genießt er die regelmäßigen Arbeitszeiten. »Ich passe mich den Verwaltungszeiten an und bin montags bis freitags immer bis auf wenige Ausnahmen hier zu erreichen.«
Eine dieser Ausnahmen ist, wenn Bopp mit seinem Dienstfahrzeug Streife fährt, zum Beispiel, wenn ein Ladendieb gestellt wurde. »Aus Sicherheitsgründen fahren eigentlich immer zwei Leute Streife. Aber ich bin ja nun mal allein, und wenn keine Gefahr droht, geht das.« Oft allerdings ist Bopp zusammen mit seinen vier Kollegen vom Ordnungsamt unterwegs, in »gemischter Streife«, wie er sagt.
Zum Beispiel, wenn es am Dorftreff in Rendel oder auf einem der Spielplätze mal wieder zu laut geworden ist und Anwohner sich beschweren. Oder, wenn Jugendschutzkontrollen vor dem Jukuz gemacht werden. »Es ist selten, dass wir zu Ruhestörungen gerufen werden, und wenn, dann nur im Sommer«, so Bopp. Auch zum Zirkus Melano, der sein Winterquartier auf einem Feld am Baugebiet Brunnenweg bezogen hatte, habe er seine Kollegen begleitet, um Gespräche über die Beschwerden der Anwohner zu führen, die beim Ordnungsamt aufgelaufen waren. »Man weiß ja nie, wie sich ein solches Gespräch entwickelt«, sagt er. »Außerdem leiste ich Vollzugshilfe, wenn zum Beispiel jemand eingewiesen werden muss.«
Für Unfälle und Einbrüche sowie Kontrollen auf den Baustellen sei er nicht zuständig. »Unfälle nehmen die Bad Vilbeler Kollegen auf, Einbrüche die regionale Tatortaufnahmegruppe, die in der ganzen Wetterau unterwegs ist. Um die Baustellen kümmert sich ein Kollege vom Ordnungsamt.«