Karben (dit). Eine Fusion des evangelischen Kindergartens mit der städtischen Kita »Im Niederfeld« war Schwerpunktthema der Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde Okarben.
Die städtischen Kita »Im Niederfeld« wird voraussichtlich mit dem evangelischen Kindergarten Okarben fusionieren. (Foto: Ditscher)
Im Beisein von Pfarrer Eckart Dautenheimer informierte der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Walter Donges, ausführlich über die geplante Änderung. »Zunächst etwas, das uns ärgert. Im Ort gehen diverse Gerüchte um. Unter anderem wird erzählt, Pfarrer Dautenheimer wolle seinen Arbeitsplatz sichern und nur deshalb den städtischen Kindergarten übernehmen.« Dies sei falsch. Die Existenz des Pfarrers hänge nicht vom Betreiben eines Kindergartens ab. Dieser gehe, unabhängig von der Größe, mit 25 Prozent in die Pfarrstellenbemessung ein. »Wir haben einen Vertrag mit der Stadt Karben bezüglich unseres Kindergartens. Erst, wenn die Stadt diesen Vertrag kündigt, erfolgt eine neue Bemessung der Pfarrstelle.« Das bedeute wiederum nicht, das Pfarrer Dautenheimer Okarben verlassen müsse. Lediglich ein zusätzlicher Auftrag könne ihm erteilt werden.
Mit diesen Gerüchten werde der Kirchengemeinde gleichzeitig eine zweifelhafte Motivation bezüglich des Führens eines Kindergartens unterstellt, so Donges, der darauf hinwies, dass der evangelische Kindergarten 1955 von Gemeindemitgliedern in Eigenleistung mit vielen Spendengeldern erbaut worden sei. »Uns nun zu unterstellen, wir würden einzig und allein danach trachten, eine Pfarrstelle zu erhalten, ist unverschämt«, unterstrich er. Niemand im Kirchenvorstand denke daran, Eigentum von anderen zu übernehmen. »Es war die Stadt, die bei uns anfragte, ob wir eine U3-Betreuung einrichten könnten und ob wir die Trägerschaft des städtischen Kindergartens übernehmen würden. Auf die Frage nach Einrichtung einer U3-Betreuung waren wir vorbereitet. Die Frage bezüglich der Trägerschaft hat uns überrascht.«
Die Angelegenheit sei im Kirchenvorstand ausführlich erörtert worden, so Donges, der darauf aufmerksam machte, dass in der kirchlichen Einrichtung viele Arbeiten wie Verwaltungstätigkeiten oder das Führen von Eltern- und Personalgesprächen von ehrenamtlichen Kirchenvorständen und vom Pfarrer geleistet, in der städtischen Kita hingegen von angestelltem Personal erbracht werde. »Nach reiflicher Beratung war unser Kirchenvorstand bereit, zusätzliche Verantwortung für die Kinderbetreuung in Okarben zu übernehmen.«
Als Wunschmodell sei die Eigenständigkeit der städtischen Kita und die Einrichtung einer U3-Gruppe im evangelischen Kindergarten favorisiert worden. Allerdings habe sich herausgestellt, dass ein An-, beziehungsweise Umbau erfolgen müsse, um den Anforderungen einer U3-Gruppe gerecht zu werden. Der Finanzbedarf von 120 000 Euro hätte aus Zuschüssen von der Landeskirche und vom Bund sowie durch Mittel der Stadt und der Kirchengemeinde gedeckt werden müssen. »Diese Lösung fand bei der Stadt keine Gegenliebe.«
Nachdem daraufhin wieder eine Übernahme näher rückte, seien die Erzieherinnen beider Einrichtungen, die Elternbeiräte und Eltern informiert worden. »Keine Seite wollte die Angelegenheit in den Bürgermeisterwahlkampf einbringen. Jetzt warten wir auf die Amtseinführung des neuen Bürgermeisters. Die Situation ist äußerst ungut. Sie schadet den Kindern, verunsichert Eltern und Erzieherinnen«, sagt Donges. »Es ist höchste Zeit, Klarheit zu schaffen.«