Karben (pm/pe). Die mit den Stimmen der Koalition erfolgte Streichung von 900 000 Euro an Sanierungskosten für das Degenfeldsche Schloss aus dem Stadtetat und die durch die Berichterstattung dadurch ausgelöste Diskussion hat die in den Prozess der Dorferneuerung Eingebundenen aktiv werden lassen.
Nach Angaben von Sprecher Harald Ruhl traf sich der Arbeitskreis Dorferneuerung mit allen im Stadtparlament vertretenen Parteien, dem zukünftigen Bürgermeister Guido Rahn sowie dem zuständigen Vertreter des Landratsamtes, Volker Matthesius, um die Verunsicherung in der Bevölkerung in Bezug auf das Degenfeldsche Schloss zu erörtern. Auch die WI Bank (Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen), die ihre Bereitschaft zur Beteiligung an Investitionen in Höhe von bis zu 735 000 gegeben hat, habe mit Unverständnis auf die vorherrschenden Presseberichte reagiert und die Stadtverwaltung um eine Stellungnahme gebeten, so die Pressemitteilung Ruhls. Im Rahmen der Gespräche sei von Seiten des Arbeitskreises aufgezeigt worden, dass es sich bei den Bestrebungen zum Ausbau und der Fertigstellung des Degenfeldschen Schlosses eben nicht um ein weiteres Dorfgemeinschaftshaus oder Bürgerhaus handeln solle. Vielmehr solle dort eine - wie der Arbeitstitel »Kreaktivzentrum« zeigt - eine kreative Begegnungsstätte für alle Altersgruppen eingerichtet werden, mit Angeboten für Kultur, Bildung, Unterhaltung nach dem Vorbild der Frankfurter Bürgerstiftung und dem damit verbundenen Holzhausenschlösschen. »Die Finanzierung soll weitestgehend über eine zu gründende Bürgerstiftung erfolgen«, so die Pressemitteilung. In ihrer nächsten Sitzung, die am Mittwoch, 14. April, um 20 Uhr in der Gaststätte »Bei Anna« stattfindet, will der Arbeitskreis ein tragfähiges Nutzungskonzept entwickeln, das nicht nur den Ausbau, sondern auch die Finanzierung des laufenden Betriebes sicherstellen soll. Interessierte Bürger sind dazu eingeladen. Die Vertreter der Stadt hätten ihre Bereitschaft erklärt, die Mittel für eine architektonische Vorplanung und die Beratung zur Bürgerstiftung zur Verfügung zu stellen. »Dazu sollen auch Mittel, die bereits in den Haushalt 2009 eingestellt waren, verwendet werden«, heißt es in der Pressemitteiilung. Ein entsprechender Beschluss soll in der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Freitag erfolgen.
Der zuständige Vertreter des Landratsamtes, Matthesius, berichtete im Rahmen der Sitzung davon, dass für private Investitionen innerhalb der Dorferneuerung bereits 50 000 Euro an Zuschüssen bewilligt worden sind. Insgesamt stehe ein Investitionsvolumen von zurzeit 600 000 Euro bereit. Weitere Anträge können also nach wie vor gestellt werden, so die Pressemitteilung abschließend.