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Bundesweit einzigartiges Projekt beim Bbw

Artikel vom 02.11.2009 - 22.00 Uhr

Bundesweit einzigartiges Projekt beim Bbw

Karben (koe). »Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann« - dieser Satz geht vielen Fünfjährigen leicht von den Lippen. Kinder wissen oft genau, welchen Beruf sie einmal ergreifen möchten. Bei Teenagern sieht die Sache meist ganz anders aus. Gerade Jugendliche in Förderschulen haben damit Probleme.
Projektleiter Andreas Künzel (2. v.r.) bastelt mit Yasemin (15), Lydia (14), Alvaro (14), Dustin (15) und Denis (14) Jonglier-St
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Projektleiter Andreas Künzel (2. v.r.) bastelt mit Yasemin (15), Lydia (14), Alvaro (14), Dustin (15) und Denis (14) Jonglier-Stäbe. Das Spiel damit soll die Konzentration fördern. (Foto: Köhnkow)
Immer weniger Abgängern dieser Schulform gelingt es, im Berufsleben Fuß zu fassen. »Oft haben die Jugendlichen falsche Vorstellungen von ihrem Traumberuf«, sagt Pierre Busold von der Brunnenschule in Bad Vilbel. Um das zu vermeiden gibt es ein neues Projekt beim Berufsbildungswerk (Bbw). 100 Plätze wurden vergeben und seit vergangener Woche arbeiten Jugendliche im Bbw daran herauszufinden, was sie können und wollen.

Das Projekt ist bundesweit einzigartig. Den Jugendlichen werden nicht nur verschiedene Berufe vorgestellt, sondern es wird konkret daran gearbeitet, dass jeder Schüler herausfindet, was er oder sie am besten kann. In speziellen Tests werden einzelne Fähigkeiten herauskristallisiert. Außerdem bekommen die Teilnehmer Einblicke in verschiedene Berufe. »Vorstellung und Realität klaffen oft weit auseinander«, erklärt Carsten Rehbein vom Bbw. Viele haben den Traumberuf Koch und meinen, dieser Job sei glamourös, wie bei einem Fernsehkoch. »Ein Praktikum in einer Betriebsküche vor Ort bringt oft Ernüchterung«, so Rehbein.

Insgesamt elf Förderschulen aus der Region nehmen am Projekt teil. Sie haben jeweils Jugendliche ausgesucht, die an verschiedenen Tagen im Bbw lernen und arbeiten. Insgesamt haben derzeit 100 Jugendliche die Chance, an ihren Zukunftsplänen zu feilen. Momentan läuft die Phase der Kompetenzfeststellung. Projektleiter Andreas Künzel hat ein Hauptanliegen: »Es geht um Motivation und um Selbstvertrauen.« Eine Gruppe von der Charles-Hallgartenschule aus Frankfurt hat bereits aus Sperrholzplatten Fische ausgesägt. Dabei wird gelernt, mit Werkzeugen umzugehen und genau zu arbeiten. »Das sind nur einige Fähigkeiten, die wir testen.« Einen schulischen Charakter soll das Projekt aber nicht haben. Lässt die Konzentration in der Gruppe nach, hat Künzel vorgesorgt: »Wir basteln Jonglier-Stäbe. Wer ein bisschen jongliert hat, ist wieder aufnahmefähig«, sagt der Pädagoge.

In der zweiten Phase des Projekts geht es um praktische Arbeitserprobung. Die Jugendlichen sollen in der Praxis ein Bild von ihrem Wunschberuf bekommen. Dabei stehen alle Berufe zur Verfügung, die das Bbw anbietet. Auch Kontakt zu Betrieben außerhalb der Einrichtung wird möglich sein.

Bei einem dritten Modul werden die Sozialkompetenzen geschult. Wie verhalte ich mich richtig und was erwartet der Arbeitgeber? Diese und andere Fragen sollen im Bbw im Frühjahr 2010 behandelt werden. Um die richtige Bewerbung und um das Training eines Bewerbungsgespräches dreht sich das vierte Modul. Im letzten Schritt überprüfen Fachleute die Fortschritte und Ziele der jungen Menschen. Miteinbezogen werden über die gesamte Laufzeit des Projekts die Lehrerinnen und Lehrer der Förderschulen. Sie erhalten spezielle Fortbildungen und halten Kontakt zum Bbw.



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