Karben (dit). Mit den Stimmen der Koalition aus CDU, FDP und FWG sowie mit dem Votum der Grünen wurde im Ausschuss für Stadtplanung und Infrastruktur ein Antrag der SPD abgelehnt, der darauf ausgerichtet war, die Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung mit der Einleitung des Raumordnungsverfahrens für den Weiterbau der B3 zu beauftragen. Die vom vorsitzenden Guido Rahn geleitete Sitzung fand unter reger Bürgerbeteiligung statt. Zahlreiche Anwohner des Straßberges in Okarben hatten sich eingefunden und plädierten für einen Trassenverlauf, der für Umwelt und Menschen verträglich sei.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Okarben plädierten in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur für einen Trassenverlauf, der für Umwelt und Menschen verträglich ist. (Foto: Ditscher)
Karben (dit). Mit den Stimmen der Koalition aus CDU, FDP und FWG sowie mit dem Votum der Grünen wurde im Ausschuss für Stadtplanung und Infrastruktur ein Antrag der SPD abgelehnt, der darauf ausgerichtet war, die Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung mit der Einleitung des Raumordnungsverfahrens für den Weiterbau der B3 zu beauftragen. Die vom vorsitzenden Guido Rahn geleitete Sitzung fand unter reger Bürgerbeteiligung statt. Zahlreiche Anwohner des Straßberges in Okarben hatten sich eingefunden und plädierten für einen Trassenverlauf, der für Umwelt und Menschen verträglich sei.
Den Antrag der Sozialdemokraten brachte der stellvertretende Vorsitzende Helge Gottschalk ein. »Aufgrund der aktuellen Informationslage aus Wiesbaden machen wir noch einmal einen Vorstoß, um das Verfahren voranzubringen. Es wurde gesagt, dass der Einstieg ins Raumordnungsverfahren nötig ist, um den vordringlichen Bedarf für den Bau der Straße zu erhalten.« Im Zuge des Raumordnungsverfahrens könnten außer der so genannten roten Variante, die vom Knoten Null aus zunächst in östlicher Richtung verläuft und im Bogen westlich am Okarbener Straßberg vorführt, sämtliche anderen Varianten dann noch einmal geprüft werden, so Gottschalk. Er verwies darauf, dass ein Trassenkorridor festgelegt werden solle, der einen größtmöglichen Abstand zur Wohnbebauung in Okarben berücksichtigt und damit den Interessen der dortigen Anrainer auf optimalen Lärmschutz gerecht werde.
Auch solle aufgezeigt werden, wie die Anbindung des BBW ans Stadtzentrum erfolgen könne, ohne dass das östlich vom BBW geplante Straßennetz zur städtebauliche Barriere werde. Erster Stadtrat Dr. Gerd Rippen (Grüne) sagte, der Magistrat empfehle die Annahme des Antrags. Dagegen wandten sich die Mitglieder der Koalition, von denen die so genannte blaue Variante, die vom Knoten Null aus in gerader Richtung weiter verläuft, favorisiert wird. FDP-Vorsitzender Oliver Feyl erinnerte daran, dass seinerzeit per Bürgerbegehren diese Variante den Vorzug erhalten habe. »Durch Umweltmaßnahmen von Seiten der Stadtregierung wurde dies hintertrieben«, kritisierte er. »Durch die rote Trasse würden Kloppenheim, Petterweil, das BBW und der Straßberg von Karben abgetrennt«, so Feyl.
Lars Hermanns (FWG) ergänzte: »Eine Umgehungsstraße sollte so weit wie möglich westlich am Straßberg vorbeiführen.« Hannelore Bruhn (SPD) entgegnete: »Im Gespräch mit dem Staatssekretär wurde deutlich, dass die blaue Variante, so wie die Koalition sie möchte, nicht machbar ist. Die Umweltgesetzgebung spricht dagegen.«
CDU-Vorsitzender Guido Rahn informierte, dass im Zuge des Raumordnungsverfahrens nur noch die Trasse berücksichtigt werde, die Vorrang erhalten habe. »Wir dürfen jetzt nicht in die falsche Richtung steuern. Der Staatssekretär hat weitere Gespräche angeboten und dazu aufgefordert, alle Möglichkeiten wahrzunehmen und gegebenenfalls bis nach Berlin zu gehen.« Dies werde er tun, bekräftigte der designierte Bürgermeister. »Wir müssen mit allen Mitteln für eine bessere Lösung kämpfen. Solange ich nur die kleinste Chance sehe, werde ich nicht aufgeben.«